Räuberische Aktionäre
„Niemand will Erpresser“

Die Hauptversammlungssaison läuft – und verspricht turbulent zu werden. Das dürfte den sogenannten räuberischen Aktionären gefallen. Handelsblatt.com sprach mit Theodor Baums, Professor an der Universität Frankfurt, über die Berufskläger, und warum sie sogar ihre gute Seiten haben.

Handelsblatt: Herr Professor Baums, nach dem Kurseinbruch an den Börsen im vergangenen Jahr erwarten Anlegerschützer eine turbulente Hauptversammlungssaison. Nutzt die Situation den sogenannten räuberischen Aktionären?

Baums: Das weiß ich nicht genau. Da das Geschäftsmodell dieses Gewerbes aber darauf beruht, wichtige Unternehmensentscheidungen wie etwa Kapitalerhöhungen durch Anfechtungsklagen zu blockieren, könnte die derzeitige wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen den Berufsklägern entgegenkommen. In den letzten Jahren haben die Berufskläger jedenfalls gut verdient mit ihren Klagen.

Dabei sollte mit dem 2004 erlassenen Gesetz zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (UMAG) doch alles besser, die Berufskläger abgeschreckt werden …

Das stimmt. Rückblickend muss man aber zu dem Schluss kommen, dass nicht alles so funktioniert hat, wie man es sich seinerzeit gedacht hat. Die Berufskläger haben die Lücken im Gesetz gesucht und gefunden. Es ist so ein bisschen wie mit Hase und Igel.

Wie groß ist denn die Branche?

Ich habe mir bereits vor knapp zwei Jahren die Mühe gemacht, sämtliche Landgerichte anzuschreiben, um zu prüfen, welche Personen in schöner Regelmäßigkeit mit Anfechtungsklagen die Gerichte beschäftigen. Insgesamt habe ich in der Studie 40 Personen identifiziert. Manche Kollegen sprechen sogar von bis zu 100 professionellen Klägern.

Und ist die Zahl in den vergangenen Jahren gestiegen?

Ganz eindeutig: ja.

Kennen Sie die Kläger?

Nein, nicht persönlich – zumindest pflege ich keinen Kontakt zu ihnen.

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