Ranking
Top-Steuerberater und ihre größte Herausforderung

Durch die Digitalisierung wird der Steuerberater für Unternehmen wichtiger. Er kann tagesaktuell Tipps geben und bald sogar beim Kreditantrag helfen. Eine Studie zeigt die Top-Steuerberater aus 30 deutschen Städten.
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FrankfurtBei Privatleuten kennt er das Gehalt, die Arzt- und Handwerkerrechnungen, die Dauer der Dienstreisen oder auch die Höhe der Unterhaltszahlungen. Bei Unternehmen kennt er die betrieblichen Einnahmen und Ausgaben, die Summe der Rückstellungen, die Zahl der Mitarbeiter oder auch das Kreditvolumen. So viele Daten wie beim Steuerberater laufen an kaum einer anderen Stelle zusammen. Kein Wunder also, dass die Steuerexperten für viele Menschen zu den engsten Vertrauten gehören und sich über treue Mandanten freuen. Im Zuge der weiteren Digitalisierung könnte das Verhältnis zum Berater insbesondere für Unternehmen künftig noch inniger werden.

Privatleute dürfen ihre Steuererklärung derzeit noch auf Papier abgeben. Unternehmen dagegen müssen sie schon seit einigen Jahren elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Auch Bilanzen müssen bereits seit dem Geschäftsjahr 2012 elektronisch erstellt werden. Diese Korrespondenz übernimmt in der Regel der Steuerberater. Doch der Datenaustausch zwischen ihm und den Unternehmen soll ebenfalls digitalisiert werden. Durch Vorgaben der Finanzverwaltung sind Firmen zunehmend gezwungen, ihre Buchhaltung und die steuerrelevanten Daten zu digitalisieren. Das schreiben etwa die – Achtung, Behördendeutsch – „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“, kurz GoBD, vor.

Unternehmer wie auch Steuerberater müssen sich also umstellen. Wie hoch die Relevanz dieses Themas für die Berater ist, zeigt eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts Schad (S.W.I.). Dieses hat im Auftrag des Handelsblatts die Top-Steuerberater in den 30 größten deutschen Städten ermittelt und sie nach den größten Herausforderungen für ihren zukünftigen Erfolg befragt. Geantwortet haben rund 1400 Berater. Am häufigsten nannten sie die Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter (83 Prozent). Danach folgte die „fortschreitende Technisierung/Digitalisierung“ (69 Prozent). Noch vor einem Jahr, in der Vorgängerstudie, wurde letztere nur von 40 Prozent der Befragten genannt.

Axel Pestke, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Steuerberaterverbands (DStV), wertet den zunehmend digitalen Austausch zwischen Firmen und Steuerberatern positiv. Insbesondere für Unternehmen, die ihre komplette Buchführung von einem Steuerberater erledigen lassen, könnten sich daraus Vorteile ergeben. „Die Entwicklung geht dahin, dass Unternehmen ihre Daten quasi in Echtzeit an ihre Steuerberater übermitteln“, so Pestke. Dadurch könne der Berater schon im laufenden Geschäftsbetrieb Empfehlungen geben und dem Unternehmen beispielsweise melden, ob es sich im Plan befindet, ob etwas schief läuft oder es freies Kapital für neue Anschaffungen gibt.

Die schnelle Verfügbarkeit der Daten könnte Firmen sogar Vorteile beim Beantragen von Krediten verschaffen. Heute legen Unternehmen beim Kreditantrag meist Geschäftszahlen vor, die schon mehrere Monate alt sind. Tagesaktuelle Daten gibt es nicht. „Das berücksichtigt die Bank natürlich in ihrer Risikokalkulation“, erklärt Pestke. „Wenn die Daten aber aktuell sind, gibt es weniger Unwägbarkeiten und der Kredit kann günstiger sein.“ An einem solchen standardisierten Datenaustausch zwischen Steuerberatern und Banken – der auf Wunsch des Unternehmens geschehen würde – wird aktuell im Rahmen des Projekts „Digitaler Finanzbericht“ gearbeitet.

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Zahl der Fachberater steigt

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Steuer-Software ist keine Konkurrenz

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