Recht
Anlegeransprüche: Schlichter statt Richter

Viele Anleger wollen ihre Verluste in der Finanzkrise nicht hinnehmen und ziehne vor Gericht. Juristische Streitereien sind aber teuer und langwierig, besonders wenn der Gegner die Hausbank oder der Versicher ist. Eine gute Alternative können Ombudsmänner und andere Schlichter sein. Welche Vermittler etwas taugen - und welche nicht.
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DÜSSELDORF. Beim Blick ins Depot packt viele Anlegern aktuell blankes Entsetzen. Vermeintlich sichere Investments haben deutlich an Wert verloren. Nicht nur Besitzer von Lehman-Zertifikaten fühlen sich von ihren Banken falsch beraten. Viele Kunden fordern jetzt Regress und möchten zumindest einen Teil ihrer Verluste auf juristischen Weg wett machen.

Das Problem: Die Kosten für solche Auseinadersetzungen sind wegen der teilweise hohen Forderungen beachtlich. Bei einem Verfahren mit einen Streitwert von 100 000 Euro zahlt der Verlierer in der ersten Instanz rund 10 700 Euro. Eine verlorene Berufung kostet rund 23 100 Euro. Selbst bei einem Vergleich werden in der ersten Instanz 12 200 Euro fällig. Immerhin können sich die Parteien die Kosten teilen.

Nicht immer kommt es zum Prozess. Auch für Briefwechsel, Beratung oder Telefonate mit der Gegenseite fallen beim Anwalt manchmal erstaunliche Honorare an. Und nicht jeder hat bei seiner Rechtsschutzversicherung einen umfassenden Schutz vereinbart. "Häufig bezieht sich die Absicherung nur auf bestimmte Rechtsbereiche wie etwa Arbeits-, Miet- oder Verkehrsrecht", sagt Thorsten Rudnik, Vorstand beim Bund der Versicherten. Vermögensschäden wegen Falschberatung bei der Bank oder Versicherung sind nicht immer gedeckt. "Gerade dort sind die Höhe des Streitwertes und damit die Kosten besonders hoch", sagt Rudnik.

Wer seine Anwälte nur ungern mästet, begibt sich daher auf die Suche nach außergerichtlichen Schlichtern. Mehrere Dutzend Ombudsmänner und Hunderte Mediatoren bieten in Deutschland ihre Dienste an. Der erste Weg führt immer zum Omdudsmann. Denn im Gegensatz zu Mediatoren sind diese Schlichter meist von der jeweiligen Branche akzeptiert. In einigen Fällen müssen sich die Unternehmen an den Schiedsspruch halten.

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