Recht & Steuern
Auslandsunterhalt teurer

Unterhalt für Angehörige im Ausland ist nicht immer steuerlich absetzbar. Leistet ein Steuerpflichtiger Unterhalt, so kann er die Zahlungen bis zu einer bestimmten Höchstgrenze von derzeit 7 680 Euro steuerlich als sogenannte außergewöhnliche Belastung geltend machen.

Dabei wird bei Unterhaltszahlungen an Angehörige im Inland nach neuerer Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs vermutet, dass diese sich nicht selbst unterhalten können. Den Finanzämtern soll es mit der Vermutung erspart werden zu ermitteln, ob ein Kind Anspruch auf die Finanzierung einer Zweitausbildung hat oder einem geschiedenen Ehegatten die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zumutbar ist. Für Angehörige, die im Ausland leben, gilt diese Vermutung nach einem Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg nicht. Hier gilt die Erwerbsobliegenheit uneingeschränkt. Geklagt hatte ein Steuerpflichtiger, der seiner mit den gemeinsamen 18 und 13 Jahre alten Söhnen in Bosnien-Herzegowina lebenden Ehefrau Unterhalt gewährte. Die Richter befanden, dass in diesem Fall auf den Nachweis nicht verzichtet werden könne, ob und wodurch die Ehefrau an der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gehindert gewesen sei. Das hatte der Kläger nicht getan; seine Unterhaltszahlungen wurden daher steuerlich nicht berücksichtigt. Der Kläger hat gegen das Urteil Revision eingelegt, so dass in letzter Instanz der Bundesfinanzhof in München (BFH) zu entscheiden haben wird (Az.: 13 K 13009/08).

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