Recht und Steuern
Wenn Geschenke gefährlich werden

Bei teuren Geschenken oder Einladungen ist mit dem Finanzamt nicht zu spaßen. Geht es um Bestechung, kann auch Justitia ungemütlich werden. An welche Regeln sich Unternehmen und Angestellte halten sollten.
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DüsseldorfGeschenke zu überreichen ist eigentlich ein schöner Brauch. Doch im Geschäftsleben sind Geschenke und Einladungen inzwischen zu einem heiklen Thema geworden. Wer zu großzügig ist, kann damit schnell das Finanzamt auf den Plan rufen oder riskiert gar eine Gefängnisstrafe. Auch das Ansehen in der Öffentlichkeit steht auf dem Spiel – das hat etwa der Fall des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff gezeigt.

Aus Angst um ihre Reputation legen viele Unternehmen in ihren Compliance-Richtlinien fest, unter welchen Bedingungen Arbeitnehmer ein Präsent annehmen dürfen. „In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Umgang mit Geschenken von Geschäftspartnern extrem gewandelt“, sagt Steffen Salvenmoser, Korruptionsexperte bei der Unternehmensberatung Price-Waterhouse-Coopers (PWC). Auslöser dafür waren große Korruptionsskandale, die das Bewusstsein in der Gesellschaft verändert haben. In manchen Unternehmen ist die Annahme von Geschenken inzwischen komplett verboten, andere setzen Wertgrenzen fest oder beschränken die Erlaubnis auf „angemessene“ Geschenke.

Die Schwierigkeit besteht jedoch in der Abgrenzung: „Auf der einen Seite hat niemand etwas gegen einen netten sozialen Umgang, bei dem die Geschäftspartner auch einmal kleine Aufmerksamkeiten austauschen und einander zum Kaffeetrinken einladen“, sagt Salvenmoser. Zum Problem werde es erst, wenn die Geschenke nur von einer Seite kommen und ungewöhnlich groß ausfallen. Dann besteht die Gefahr, dass sich ein Mitarbeiter von den Zuwendungen beeinflussen lässt und den Schenkenden beispielsweise eher als Lieferanten auswählt als einen anderen.

Compliance-Regeln kann der Arbeitgeber dank seiner Weisungsbefugnis jederzeit aufstellen, die Zustimmung des Arbeitnehmers braucht er dafür nicht. „An die Vereinbarungen sollte sich der Arbeitnehmer besser auch halten, ansonsten riskiert er eine Abmahnung und in schweren Fällen sogar eine fristlose Kündigung“, sagt Marc Repey, Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Berliner Kanzlei Abeln.

Kommentare zu " Recht und Steuern: Wenn Geschenke gefährlich werden"

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  • Das war eine Parteispende! Das muss auf die Anzahl der Mitglieder umgerechnet werden, dann ist das nur ca. 1 € pro Mitglied und damit unter der kritischen Grenze! :-)

  • "Geht es um Bestechung, kann auch Justitia ungemütlich werden."
    Es ist ein Hohn das System als "Justiz" zu bezeichnen und sich auf Justizia zu berufen. Die Regierung kann bedenkenlos Gelder verschweden, verschenken und nach Gutduenken umverteilen und den Buerger beluegen. Was Gestern noch strafbar war, wird heute legal und ungekehrt. Vertraege werden auf hoechster Ebene gebrochen oder grundlegende Gesetze umgangen oder ganz aufgeloest.
    Es ist nur noch ein System der Legalitaet, NICHT der Gerechtigkeit!...Und damit kommen wir einer Dikatatur immer naeher.

  • "Wer ein großes Geschenk bekommt und das Gefühl hat, dass man ihn bestechen will, sollte das sofort dem Chef melden“, empfiehlt der Korruptionsexperte.
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    Ach ja !
    Heutzutage würde sicherlich mancher Verkäufer eines Wald- und Wiesenproduktes lieber als "Korruptionsexperte" denn als Verkäufer arbeiten.
    Auf der Verkäuferseite interessiert einen Chef der Auftrag, der vom Verkäufer hereingeholt wird und solange die dabei möglicherweise aufgewendeten "Kosten" nicht die des Unternehmens sind und die "Spielregeln" eingehalten werden ist soweit alles ok.
    Auf der Käuferseite bedeutet die Bevorzugung eines Anbieters in der Regel das "Vorrecht", in die "ausgelutschten" Preise der Konkurrenz eintreten zu dürfen und wenn der Einkäufer hierbei ein besonderes "Verhandlungsgeschick" entwickelt, dürfte den Chef letztendlich nur der günstige Einkauf, selbstverständlich unter Beachtung der "Spielregeln", interessieren und nicht, ob der Einkäufer sich vielleicht irgendwo auf "Krankenschein" hat massieren lassen.

    Wer als Anbieter noch "große Geschenke" machen kann zeigt allerdings, dass seine Angebotspreise noch zu hoch sind. Die herunter zu schleusen ist dann die Aufgabe des Einkäufers.
    Insoweit ist die Wachsamkeit des Chefs schon gefragt; denn möglicherweise bezahlt sonst die "großen Geschenke" des Anbieters der Chef selber ---- über den Preis. Dies ist natürlich nie auszuschließen und für diesen "unwahrscheinlichen" Fall hat er eben den Korruptionsexperten, der ihn über die immerhin mögliche Niedertracht der menschlichen Seele
    aufklärt !!

    PS. Bestechlichkeit eines Beamten ?
    Gott beware ! Ein preußischer Beamter ließ sich niemals bestechen --- damals .......

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