Rechtsberatung
Worauf Mandanten bei den Anwaltshonoraren achten sollten

Bei gewerblichen Mandanten nehmen die Klagen über unangemessen hohe Anwaltsrechnungen zu. Doch ganz schuldlos sind die Auftraggeber nicht.

Beim Thema Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf. Das gilt auch im Verhältnis zwischen Anwälten und ihren Mandanten. Und seit in den Unternehmen die Führung unter verstärktem Druck steht, die Verwaltungskosten zu reduzieren, wächst in den Firmen der Unmut über angeblich ausufernde Anwaltshonorare. "Anders als in den USA und in England, wo es akzeptiert ist, dass die Inhouse-Lawyer mehr Geschäft an externe Kanzleien auslagern, stehen die Rechtsabteilungen in Deutschland unter starkem Erfolgsdruck", sagt Alexander Oehmichen, bis zum Sommer 2008 Vorstand Recht der Stada Arzneimittel AG. "Sie müssen gegenüber ihrer Geschäftsleitung beweisen, dass sie die rechtliche Beratung selbst in die Hand nehmen, soweit das inhaltlich und haftungsrechtlich irgendwie geht."

Der heute 51-jährige Rechtsanwalt hat in seiner über 20-jährigen Karriere als Inhouse-Jurist in der Pharmaindustrie so manche externe Anwaltsrechnung überprüft. "Gerade hochkomplexe, multinationale Transaktionen können von einer Rechtsabteilung oft nicht ohne Unterstützung durch externe Kollegen bewältigt werden. Hier leisten die externen Kollegen ausgezeichnete Dienste - die allerdings oft auch gewaltig ins Geld gehen", sagt Oehmichen. "Da ist präzise Kostenkontrolle vonnöten." Und fügt ausdrücklich hinzu: "Normalerweise sind die Rechnungen aber korrekt." Richtig sauer wurde er, als ihm externe Anwälte nach Abschluss eines Beratungsauftrags über immerhin 200 000 Pfund eine Rechnung präsentierten, auf der sogar die Pizza für die Nachtsekretärin der Kanzlei aufgeführt worden war: "Bei einem Stundenhonorar von umgerechnet 500 Euro wird man wohl erwarten dürfen, dass solche Positionen unter den Tisch fallen."

Doch auch den Unternehmensjuristen selbst unterlaufen Fehler bei der Mandatierung externer Rechtsberater - auch wenn darüber in der Branche nur ungern gesprochen wird. Statt bei größeren Beratungsaufträgen in 14-tägigen oder monatlichen Abständen Zwischenberichte über die Kosten anzufordern und dann schnell Fehlentwicklungen zu monieren, lassen sie das Mandat einfach weiterlaufen und wundern sich am Ende über die Höhe der Schlussrechnung. "Mandanten fordern im Vorfeld von Projekten gern, die Honorarobergrenze verbindlich festzuschreiben", berichtet Jörg Rodewald, Partner im Berliner Büro der Kanzlei Luther. "Aber dann lassen sie den Anwalt über den Umfang seiner Tätigkeit im Unklaren oder erweitern den vorher besprochenen Aufgabenumfang nachträglich. Und erwarten, dass das Honorar gleich bleibt." Seine Kritik bezieht sich dabei weniger auf Unternehmen mit Rechtsabteilung als auf inhabergeführte mittelständische Betriebe, in denen die Rechtsberatung bisweilen eher als notwendiges Übel angesehen werde.

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