Reisen, Incentives, Elektronik
Klare Regeln zum Versteuern von Geschenken

Ob Reise, Eintrittskarte oder Tablet: Wer als Arbeitnehmer oder Geschäftspartner ein Geschenk erhält, muss diese Zuwendung im Prinzip versteuern. Doch es gibt eine Alternative und neue Regeln des Finanzministeriums.
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BerlinGeschenke erhalten die Freundschaft – und auch so manche Geschäftsbeziehung. Es ist inzwischen durchaus üblich, dass Unternehmen das Verhältnis zu Geschäftsfreunden oder Mitarbeitern aufbessern wollen, indem sie ihnen beispielsweise Eintrittskarten oder ein elektronisches Gerät überreichen. Sachzuwendungen heißt das im Finanzamts-Deutsch – und bislang waren solche Zuwendungen nicht ohne Haken und Ösen für den Beschenkten.

Denn diese Zuwendungen sind steuerlich betrachtet für den Empfänger eine Einnahme – also etwas, was versteuert werden muss. Da man als Beschenkter nicht unbedingt sofort daran denkt, den Gegenwert einer solchen Zuwendung zu versteuern, gibt es die Möglichkeit, dass die andere Seite dies pauschal übernimmt. Ein Beispiel: Lädt ein Unternehmer einen Geschäftspartner zu einem Wochenendtrip ein, ist der Gegenwert der Reise zu versteuern.

Dies kann der Unternehmer pauschal übernehmen – nach einer entsprechenden Vorschrift im Paragraph 37b des Einkommensteuergesetzes. Demnach kann der Unternehmer den Wert seines Geschenks pauschal mit 30 Prozent Lohnsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag abgleichen. Und der Geschäftspartner muss in einem solchen Fall nichts anderes tun als die Reise zu genießen.

Das Bundesfinanzministerium hat nun in einem Schreiben auf mehrere Urteile des Bundesfinanzhofs reagiert, in denen entschieden worden war, dass nur Zuwendungen, die beim Empfänger einkommensteuerpflichtig sind, pauschaliert werden können. Die Finanzverwaltung hat daher die bisherige Praxis mit Blick auf die Gerichtsurteile aktualisiert (Schreiben vom 19. Mai 2015, IV C 6 – S 2297-b/14/10001).

Zunächst einmal stellt das Schreiben klar, dass Geschenke oder Zuwendungen zusätzlich zur ohnehin vereinbarten Leistung oder geschuldeten Arbeitslohn überreicht werden. Das bedeutet wiederum, dass Geschenke im Zusammenhang mit der Anbahnung eines Vertragsverhältnisses nicht unter die Pauschalierungsvorschrift fallen.

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