Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung vor
Dienstwagen-Nutzung muss klar geregelt sein

Ein jetzt veröffentlichtes Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) enthält für Familien-GmbHs eine schlechte und eine gute Nachricht. Die schlechte: eine nicht im Voraus geregelte Nutzung des Dienstwagens durch den Geschäftsführer und Ehemann der Alleingesellschafterin einer GmbH stellt in Höhe des Nutzungsvorteils eine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) dar - und erhöht damit den steuerbaren Gewinn der Firma.

mkm MÜNCHEN. Die gute: Der Vorteil ist nicht nach der (besonders für ältere Fahrzeuge ungünstigen) Ein-Prozent-Methode, sondern nach den Maßstäben des Fremdvergleichs zu bewerten. Bei der Ein-Prozent-Methode ist der zu versteuernde Wert des Wagens mit einem Prozent des Listenpreises anzusetzen. Beim Fremdvergleich kommt es darauf an, ob und in welchem Umfang die Nutzung auch einem Fremden gewährt worden wäre.

Der Geschäftsführer der GmbH und Ehemann der einzigen Gesellschafterin hatte nach Auffassung des Finanzamts ein nur unzureichendes Fahrtenbuch geführt. Daher nahm es eine vGA an, die es mit ein Prozent des Listenpreises des Dienstwagens bewertete. Das hiergegen angerufene Finanzgericht (FG) bestätigte diese Auffassung.

Der BFH verwies die Sache dagegen an das FG zurück. Er sah in der privaten Nutzung des Dienstwagens zwar ebenfalls eine vGA, weil es an vorherigen klaren und eindeutigen Abmachungen zwischen der GmbH und ihrem Geschäftsführer gefehlt habe. Die vGA sei aber - wie auch sonst in diesem Bereich üblich - nach der Methode des Fremdvergleichs zu bewerten. Fremde würden in der Regel auf Kostenbasis abrechnen, so der BFH.

Aktenzeichen

BFH: I R 70/04

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%