San Marino
Ein Steuerparadies mit Geschichte

Die Steueramnestie in dem Kleinstaat ist der italienischen Regierung ein Dorn im Auge. Zu viele Landsleute schleusen ihre Gelder in die Steueroase. Die Italiener greifen deshalb zu unortodoxen Mitteln: Wer will kann sein Schwarzgeld nun straffrei zurückholen, muss alerdings fünf Prozent Steuern an den Fiskus zahlen.
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SAN MARINO. Wir befinden uns im Jahr 2009 nach Christus. Die ganze mediterrane Halbinsel ist von Rom aus regiert. Die ganze Halbinsel? Nein! Ein von unbeugsamen Sanmarinesen bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.

In San Marino sind es nicht etwa die Gallier Asterix und Obelix, die ihre Unabhängigkeit von den Römern manifestieren, sondern die Bewohner des kleinsten und ältesten unabhängigen Staates der Erde: San Marino. Nur 20 Kilometer landeinwärts von der Adria-Stadt Rimini entfernt liegt die 60 Quadratkilometer große Republik mit ihren 31 000 Einwohnern. Seit mehr als 1700 Jahren pochen die Sanmarinesen auf ihre Eigenständigkeit und haben sich erfolgreich gegen den Kirchenstaat gestellt.

In diesen Tagen nimmt der Druck aus Rom wieder einmal zu. Diesmal ist es nicht etwa der Vatikan, sondern die italienische Regierung, die es mit ihrer Steueramnestie auf den Kleinstaat auf dem 700 Meter hohen Berg Titan abgesehen hat. Dank der Amnestie müssen Italiener Schwarzgelder, die sie zwischen Mitte September und Mitte Dezember deklarieren, nur mit fünf Prozent versteuern. Eine günstige Gelegenheit, unsauberes Geld sauber heimzuholen. Das trifft nicht nur die Schweiz, sondern auch San Marino.

In dem Städtchen oberhalb von Rimini wimmelt es von Banken

Wie wichtig die Banken für San Marino sind, wird jedem Besucher klar, der sich auf den Weg ins historische Zentrum macht: Die Straße, die in das Städtchen unter den beiden mächtigen Festungen am Abhang führt, säumen Kreditinstitute: Banca di San Marino, Banca Commerciale Samarinese, Credito Industriale Samarinese und so fort.

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