Sauber teilen
Die wichtigsten Ehevertrags-Klauseln

Erst die Romantik, dann der Rosenkrieg. Damit eine Scheidung sauber über die Bühne geht, hilft ein Ehevertrag. Die wichtigsten Punkte:

Güterstand: Die Eheleute können im Vertrag regeln, wie sie ihr Hab und Gut aufteilen, so der Bundesgerichtshof. Das Gesetz schlägt die Zugewinngemeinschaft vor. Dabei bleibt jeder Herr seiner Besitzstände, gibt dem Partner aber die Hälfte des von ihm in der Ehe erworbenen Vermögens ab. Von der Vorgabe können Paare abweichen: Sie können einzelne Werte aus dem Zugewinn herausnehmen oder das Gesamtvermögen (Gütertrennung). Aber sie können auch alles teilen (Gütergemeinschaft).

Kinder Verboten: Die Ehefrau kann sich vertraglich verpflichten, keine Kinder zu bekommen. Schlägt die Verhütung trotzdem fehl, hat das für sie aber keine Nachteile. Ihr bleiben alle Ansprüche erhalten.

Zweimal die Woche: Auch Sex lässt sich regeln. Ein Paar kann im Ehevertrag ein regelmäßiges Liebesleben vereinbaren - einklagbar ist das aber nicht.

Abgesichert: Eheleute können bestimmen, dass der Vertrag weiter besteht, auch wenn eine Klausel rechtlich nicht tragbar ist. Damit umgehen sie das Risiko, dass der gesamte Vertrag hinfällig wird.

Zwangshandlung: Ein unter Druck geschlossener Ehevertrag ist ungültig. Es darf keiner zur Unterschrift gezwungen werden.

Mutterschutz: Nach dem BGH-Urteil steht dem Elternteil, der sich um die Kinder kümmert und deshalb auf seinen Beruf verzichtet hat, Unterhalt zu. Die finanzielle Unterstützung kann nicht mittels Ehevertrag gestrichen werden.

Krankheit, Alter: Kann ein Partner wegen Alter oder Krankheit nicht oder nur eingeschränkt arbeiten, muss der Expartner Unterhalt zahlen. Auch das kann ein Ehevertrag nicht verhindern, so der BGH.

Altersvorsorge: Beide Partner haben laut BGH Recht auf Absicherung. Arbeitet nur einer, dann muss er die Hälfte seiner angesparten Rentenansprüche abgeben (Versorgungsausgleich). Ersatzweise kann der Verdienende dem Partner eine angemessene Kapitallebens- oder Rentenversicherung einrichten.

Notartermin: Ein Notar muss Verträge über den Güterstand und die Altersabsicherung absegnen, sonst sind sie ungültig. Die Eheleute müssen zusammen unterschreiben. Die Notargebühren berechnen sich nach dem Vermögen, das Vertragsbestandteil werden soll. Bei 100 000 Euro sind für den Notar etwa 500 Euro fällig.

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