Schlupfloch: Steuertricks mit Gold weiter möglich

Schlupfloch
Steuertricks mit Gold weiter möglich

Eigentlich wollten Bund und Länder Steuertricks mit Goldgeschäften schnellstmöglich unterbinden. Doch wegen des Streits um das Jahressteuergesetz können clevere Top-Verdiener das Steuerschlupfloch weiter nutzen.
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BerlinDem Staat gehen durch den Bund-Länder-Streit über das Jahressteuergesetz weiter Millioneneinnahmen verloren. Da die Gesetzespläne nach einem gescheiterten Vermittlungsversuch noch nicht abschließend geklärt sind, können Top-Verdiener mit Goldgeschäften über ausländische Handelsfirmen den Fiskus nach wie vor austricksen und so massiv Steuern sparen.

Das ergibt sich aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linken. Danach ist der Plan von Bund und Ländern, das Steuerschlupfloch zum 25. Oktober 2012 zu schließen, hinfällig. Maßgeblich sei der Tag der erneuten Beratung, heißt es in der am Mittwoch bekanntgewordenen Antwort.

Eigentlich wollten Bund und Länder die Steuertricks schnellstmöglich unterbinden. Schließlich summiert sich der Schaden für den Staat nach Expertenangaben auf jährlich 700 Millionen Euro. Mit dem Jahressteuergesetz wollte die schwarz-gelbe Koalition dem Steuersparmodell einen Riegel vorschieben.

Der Bundestag hatte am 25. Oktober 2012 das Gesetz beschlossen. Goldkäufe hätten von diesem Datum an keine Steuerersparnis mehr bewirkt. Der Bundesrat stimmte dem Paket aufgrund von Differenzen in anderen Punkten - etwa die steuerliche Gleichstellung von Homo-Paaren mit Eheleuten - aber nicht zu. Damit wird das Gesetz erst dieses Jahr abschließend beraten.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Finanzministerium, Hartmut Koschyk, teilte auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Barbara Höll mit, dass der Tag der 2./3. Lesung im Bundestag im Jahr 2012 hier nicht maßgebend sei, „sondern der Tag der erneuten Beratung und Beschlussfassung im Bundestag“. Damit könnte der Steuertrick Experten zufolge noch bis zur endgültigen Beratung des Jahressteuergesetzes im Bundestag genutzt werden.

Höll kritisierte: „Es kann nicht sein, dass durch die Verweigerungshaltung der Koalitionsfraktionen zur steuerlichen Gleichbehandlung von eingetragenen Lebenspartnerschaften nun auch noch als Nebeneffekt zusätzliche Steuerausfälle durch Steuertrickserien mit Goldanlagen möglich sind.“

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„Goldfinger“ rechnen sich arm

Kommentare zu " Schlupfloch: Steuertricks mit Gold weiter möglich"

Alle Kommentare
  • LOL Steuern sparen in Germany....der Witz des Jahre!!! Nach dem man einem ehr als die Hälfte abzockt, kann man sich ein paar Prozent mit "Tricks" zurückholen...ach wie gnädig und innovativ.

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