Schwarzgeld: Argentinien lässt die Hunde von der Leine

Schwarzgeld
Argentinien lässt die Hunde von der Leine

Aus Misstrauen in ihre Regierungen und Banken möchten immer mehr Bürger ihr Geld ins Ausland bringen. Die Jagd nach Schwarzgeldern wird immer härter. Argentinien fahndet jetzt mit Hunden nach illegalen Banknoten.
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Buenos AiresWenn Argentinier aktuell auf Reisen gehen, müssen sie mit ruppigen Kontrollen an der Grenze rechnen. Denn das Land setzt alles daran, ein weiteres Abschmelzen seiner Devisenreserven durch Kapitalflucht zu verhindern. Denn die Reserven der Zentralbank sind die wichtigste Quelle zur Bedienung der Auslandsanleihen des Landes.

Zu den Maßnahmen, mit denen die Kapitalflucht gestoppt werden soll, gehört auch der Einsatz von Hunden, die auf das Aufspüren von Dollar-Scheinen trainiert sind. Die feinen Nasen der vierbeinigen Helfer können den Geruch der bei den Dollar- Scheinen verwendeten Druckfarben erkennen und werden in Häfen eingesetzt. Legal und ohne Anmeldung dürfen Argentinier nur 10.000 Dollar ausführen.

Gleichwohl haben sie im vergangenen Jahr 3,4 Milliarden Dollar außer Landes gebracht. Seit dem Regierungsantritt von Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner 2007 haben die Argentinier rund 82,4 Milliarden Dollar aus dem Land abgezogen, wie aus Zentralbankdaten hervorgeht.

“Zum Teil schaffen die Leute Geld außer Landes, weil sie der Regierung nicht trauen”, sagt Claudio Loser, früherer Direktor beim Internationalen Währungsfonds und heute Leiter der Analysegesellschaft Centennial. Der Staat versucht auch verstärkt die Steuereinnahmen zu erhöhen. Der oberste Steuereintreiber Argentiniens, Ricardo Echegaray, Leiter der Steuerbehörde Afip, nimmt dabei auch ausländische Banken und Handelsunternehmen ins Visier.

Unlängst beschuldigte er die britische Bank HSBC der Steuerhinterziehung und Begünstigung von Geldwäsche und verdonnerte Getreideexporteure wie Cargill und Bunge zu Steuerzahlungen in Höhe von 951 Millionen Dollar. Die Bank kooperiert nach eigenen Angaben bei den Untersuchungen und sucht nach einer Lösung.

Mit seinen Maßnahmen hat der Afip-Chef die argentinischen Steuereinnahmen im vergangen Jahr auf 808 Milliarden Peso (121,7 Mrd. Euro) getrieben oder 37 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das zeigen Daten des Wirtschaftsministeriums. Doch das war nicht genug um zu verhindern, dass sich das Haushaltsdefizit Argentiniens ausweitete und mit 2,4 Prozent vom BIP ein Ausmaß erreichte, das nur 2001 mit 3,3 Prozent übertroffen wurde. Die Devisenreserven sanken auf ein Sechs-Jahres-Tief von 40,4 Milliarden Dollar.

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  • Hunde an der Grenze sind wir in D/CH ja auch schon gewohnt.
    Aber es wird noch schlimmer kommen: Wenn dem Staat das Geld ausgeht, wird er auch mit Bluthunden bei seinen Bürgern zu Hause vorbeikommen um Geld einzutreiben. Wetten, dass!?

    Da keiner den Staat zurecht stutzen will, haben die Bürger es aber auch nicht besser verdient.

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