Schweizer Bonusdebatte
Wenn Banker das Finanzamt um Aufschub bitten

In dem Züricher Vorort Küsnacht können reiche Banker um eine Steuerstundung bitten. Und das ausgerechnet in der reichen Schweiz - das ganze klingt erstmal ungewöhnlich, wird jedoch immer beliebter.
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ZürichDie weißen Häuser mit ihren roten Dächern bilden einen hübschen Kontrast zum tiefen Blau des Zürichsees. „Es gibt viele gute Gründe, sich in Küsnacht niederzulassen“, wirbt der noble Vorort an der sogenannten Goldküste bei Zürich auf seiner Website, „doch nicht alle Vorteile springen sogleich ins Auge.“

Das stimmt. Schweizer Topbanker würden wohl den Punkt „nachsichtige Steuerverwaltung“ anfügen. Denn wer Probleme hat, seine Steuern zu bezahlen, kann um eine Stundung bitten. „Wir registrieren vermehrt Fälle von gut verdienenden Bürgern, die eine Steuerstundung beantragen“, sagt Peter Wettstein, der als Gemeindeschreiber die Verwaltung Küsnachts leitet. Unter den Antragsstellern seien auch Banker, die „eine Million Franken und mehr“ verdienen würden.

Die Krise hat damit einen neuen bizarren Höhepunkt erreicht: Einige Schweizer Banker sind zu klamm, um ihre Steuern zu bezahlen. Und das sogar in Gemeinden wie Küsnacht, wo der Spitzensteuersatz bei 20 Prozent liegt. Die Ursache liegt darin, dass der Großteil der Bankerbezüge aus Boni besteht; und die wiederum werden zum großen Teil in Aktien ausgeschüttet, die mehrere Jahre für den Verkauf gesperrt sind. „Die Bezüge müssen aber komplett in dem Jahr versteuert werden, in dem sie gutgeschrieben werden“, erklärt Wettstein.

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