Schweizer Kundendaten
Spur der Steuersünder führt nach Israel

Das Amnestie-Programm der USA für Schweizer Banken scheint erfolgreich zu sein: Immer mehr Institute legen die Kundendaten von US-Steuerflüchtlingen offen. Die Infos führen die Ermittler bis nach Singapur und Israel.

BernNachdem die Schweizer Banken inzwischen den amerikanischen Behörden Daten zu ihren Steuern hinterziehenden US-Kunden liefern, nutzen die US-Behörden diese, um auch in anderen Ländern nach verheimlichten Konten zu suchen.

Jede Woche kommen ein oder zwei Schweizer Banken zu der Gruppe hinzu, die offenlegen, wie sie vermögende Amerikaner dabei unterstützten, Steuern zu hinterziehen – etwas einst Undenkbares. Inzwischen haben 41 eidgenössische Banken Amnestievereinbarungen mit dem amerikanischen Justizministerium abgeschlossen. Für diese Vereinbarungen müssen sie die Tricks bekanntgeben, mit denen sie den Kunden halfen, Vermögen zu verheimlichen, sowie die Banker und Vermittler nennen, die dabei behilflich waren, und den Strom der nicht versteuerten Gelder ausführlich beschreiben. Außerdem haben die Kreditinstitute Tausende widerstrebender Amerikaner gedrängt, Konten offenzulegen, die sie vor den amerikanischen Steuerbehörden verheimlicht hatten.

Diese Flut von Informationen ermöglicht es den amerikanischen Ermittlern nun, neue Beweise zusammenzutragen gegen Einzelpersonen und Institutionen in anderen Ländern, berichtet Caroline Ciraolo, oberste Strafverfolgerin in Steuersachen im US-Justizministerium. Mögliche Ziele sind nach Einschätzung von Anwälten und Ermittlern Finanzinstitute in Singapur und Israel.

„Das Geld fließt aus der Schweiz heraus in eine Reihe anderer Rechtssysteme ab“, erläuterte Ciraolo. „Wir folgen den Spuren und dem Geld, wo auch immer es uns hinführt.“

Das Amnestieprogramm für die Schweizer Banken ist Teil des massiven Vorgehens der USA gegen Steuerhinterzieher, das 2009 Fahrt aufnahm, als die größte Schweizer Bank, UBS AG, 780 Millionen Dollar zahlte, um eine Strafverfolgung zu vermeiden. Die USA starteten strafrechtliche Ermittlungen gegen 14 andere Banken, darunter auch Credit Suisse Group AG, die zweitgrößte Bank der Schweiz.

Ab 2013 boten die USA den Schweizer Banken einen Verzicht auf Strafverfolgung an, wenn diese die Taktiken zur Steuerhinterziehung offenlegten. In diesem Jahr haben bisher 41 Banken insgesamt 354,5 Mio. Dollar an Strafen gezahlt, wobei der Löwenanteil mit 211 Millionen Dollar auf BSI SA entfiel.

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