Schwerpunktthema Abgeltungsteuer
Sprudelnde Einnahmen in Österreich

Österreich hat die Kapitalertragssteuer in Höhe von 25 Prozent bereits 1994 eingeführt, damals als Teil eines so genannten Sparpakets, das damit wie so oft tatsächlich ein Einnahmen-Erhöhungspaket gewesen ist. Seither fließt Geld aus dieser Quelle in den Staatshaushalt:

oli WIEN. Insgesamt 2,24 Mrd. Euro waren es im vergangenen Jahr. Nach einer Faustregel lassen sich österreichische Werte etwa mit dem Faktor zehn multiplizieren, wenn man sie auf deutsche Größenverhältnisse übertragen will.

Die Kapitalertragssteuer, im Nachbarland kurz "Kest" genannt, ist keine eigene Steuer, sondern Teil der Einkommensteuer und in drei Bereiche gegliedert: Die so genannte Kest I wird auf Dividenden österreichischer Aktien, Partizipationsscheine und andere Finanzmarkt-Instrumente erhoben. Die Kest II bezieht sich auf Zinsen aus Forderungen und Bankeinlagen. Die Kest III schließlich wird auf 20 Prozent der realisierten Kursgewinne auf Aktien und Derivate erhoben, abgezogen werden die eventuell erlittenen Kursverluste. Seit dem Jahr 2004 unterliegen zudem Auslandsdividenden, die von einer ausländischen Bank ausgezahlt werden, der Kapitalertragssteuer in Österreich.

Auch die österreichischen Banken haben versucht, Produkte anzubieten, die von dieser Steuer befreit sind. Der Erfolg: Inländische und ausländische Zertifikate, die als Daueremissionen vor dem 1. März 2004 begeben wurden und deren Emission vor dem 1. August 2005 geschlossen wurde und die nur mit einer Kapitalgarantie zwischen null und 20 Prozent ausgestattet sind, unterliegen dieser Steuer nicht. Auch verschiedene Optionsscheine sind kapitalertragssteuerfrei. Sie unterliegen dafür aber einer befristeten Spekulationssteuer, wenn der Anschaffungskurs unter dem historischen Emissionskurs liegt. Da laufend neue Produkte auf dem Markt kommen, werden auch die Steuerregelungen dafür ständig überprüft. Die Steuerpflicht einzelner Produkte wird dabei vom Österreichischen Wertpapier-Service in Abstimmung mit Vertretern der Banken und des Finanzministerium festgelegt.

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