Selbstständigkeit
Kündigung: Phoenix aus der Asche

Eine Kündigung ist der beste Start in die Selbstständigkeit. Die staatliche Förderung ist generös, die Abfindung des alten Arbeitgebers häufig ebenfalls. Wie hoch die Zahlungen der Arbeitsagentur ausfallen und wie sich bei der Abfindung Steuern sparen lassen.

DÜSSELDORF. Der Verlust seines Jobs ist für jeden Betroffenen ein Schock. Eine Kündigung trifft den Menschen ebenso hart wie die Trennung von einem langjährigen Partner, sagen Psychologen. Auch wenn es im ersten Moment für die Betroffenen zynisch klingen mag: Wenn der erste Schreck verarbeitet ist, kann die Kündigung eine hervorragende Chance sein. Es gibt kaum einen besseren Zeitpunkt, eine Selbstständigkeit zu erwägen. Steuervorteile und Förderungen locken, eine hohe Abfindung kann den Abschied etwas leichter machen. Wer die Fakten kennt, schöpft schnell neuen Mut.

Zunächst besteht für viele Betroffene finanzielle Sicherheit. Das Gehalt läuft weiter, je nach Kündigungsfrist meist drei bis sechs Monate. Der letzten Überweisung folgt in der Regel die Abfindung, bei langjährig Beschäftigten ein Betrag im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Danach haben Gekündigte Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG I). Die Arbeitsagentur überweist Arbeitslosen 60 Prozent des Nettoentgeltes, wer ein Kind hat, erhält 67 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt bei 5 400 Euro im Westen und 4 550 Euro in den neuen Bundesländern. Bis zum 50. Lebensjahr haben Arbeitslose 12 Monate Anspruch auf diese Leistung, ab dem 55. Lebensjahr 18 Monate, ab dem 58. Lebensjahr 24 Monate.

In den Monaten nach der Kündigung haben Betroffene genug Zeit, eine mögliche Selbstständigkeit vorzubereiten. Gründer sollten die Förderung der Bundesagentur für Arbeit nutzen und einen Gründungszuschuss beantragen. Die Offerte ist attraktiv: Neun Monate beziehen die Starter den Zuschuss in Höhe des Arbeitslosengeldes. Zusätzlich überweist die Bundesagentur monatlich 300 Euro für Kranken- und Sozialversicherung. Wenn das Geschäft gedeiht, zahlt sie zwölf Monate lang. Wichtig: Spätestens drei Monate vor Ablauf des Anspruchs auf ALG I müssen Starter den Gründungszuschuss beantragen.

Die Voraussetzung für die Selbstständigkeit könnte nicht besser sein: Nach dem letzten Gehalt hat der Gründer bis zu neun Monate Zeit, eine Geschäftsidee zu entwickeln und erste Kunden zu akquirieren. Nach der Gründung bleiben weitere neun Monate, bis die Unternehmung laufen muss. Während der gesamten Zeit bezieht der Neustarter Unterstützung in Höhe des Arbeitslosengeldes. "Der Gründungszuschuss ist steuerfrei und unterliegt auch nicht dem Progressionsvorbehalt", sagt Steuerberater Peter Holzaepfel von der Kölner Kanzlei Holzaepfel, Schelp & Partner. Wenn die ersten Aufträge abgeschlossen sind, können Freiberufler so ein beachtliches Netto-Einkommen vorweisen.

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