Show-Zahlung ist kein Spielgewinn
Fernseh-Honorar ist steuerpflichtig

Steuerfreier Gewinn wie im Lotto oder ein Honorar, für das Steuern zu zahlen sind? Diese Frage klärte jetzt der Bundesfinanzhof in einem Urteil, in dem es um den Auftritt in einer Fernsehshow ging.

Die honorigen Richter des Bundesfinanzhofs mussten sich jetzt mit einer Fernsehshow beschäftigen, die wohl keiner von ihnen zuvor gesehen hatte: "Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter" aus dem Jahr 2004. Die Kandidatin, eine Kieler Zahnmedizin-Studentin, musste ihre Eltern im Rahmen der Sendung davon überzeugen, dass sie einen "Gunnar Janßen" heiraten will.

Was sie nicht wusste: Gunnar war kein zufällig ausgewähltes Date, sondern ein Schauspieler - mit der Aufgabe, es ihr möglichst schwer zu machen. Trotz seiner peinlichen Auftritte schaffte sie es, ihre Familie von der Heiratsabsicht zu überzeugen. Erst direkt vor der Trauung klärte der Schauspieler alles auf, die Kandidatin kassierte 250 000 Euro Honorar, die Familie bekam dasselbe. Wermutstropfen: Ihren Anteil muss sie laut BFH versteuern (IX R 39/06). Das Honorar sei kein klassischer Spielgewinn wie etwa im Lotto oder beim Wetten, da sie für den Sender eine Gegenleistung erbracht habe, so die Richter.

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