Steuern
So ist die Rechtslage

Heisses Geld: Steuerfrei Geld anlegen im Ausland macht vielen Spaß. Aber nur, solange einen die Zöllner nicht mit Bargeld im Gepäck erwischen.

Kontrolle: Seit Juni 1998 kontrollieren Zöllner, ob Bargeld von einem Land ins andere geschmuggelt wird. Offiziell soll damit Geld aus schweren Verbrechen aufgespürt werden. Bis heute wurden aber bundesweit nur 16 Geldwäscher verurteilt, die an der Grenze mit Bargeld aufgefallen waren. Stattdessen greifen die Zöllner bei ihren Kontrollen vor allem Steuersünder auf.

Meldepflichtig: Wer 15 000 Euro oder mehr bei sich hat, muss das dem Zoll melden. Erwischen die Zöllner einen Reisenden mit einem solchen Geldbetrag, muss er sonst Strafe zahlen. Mindestens zehn Prozent der Summe sind fällig. Das höchste Bußgeld, das beim Hauptzollamt Lörrach bisher verhängt wurde: 72 000 Euro.

Finanzamt: Die Zöllner können bei Verdacht jeden Bargeldbetrag an das Finanzamt melden - auch Summen unter 15 000 Euro. Erhält das Finanzamt die Kontrollmitteilung vom Zoll, geht diese meist direkt weiter an die Steuerfahndung. Die Durchsuchung von Wohnung und Arbeitsplatz der Entdeckten ist damit so gut wie sicher.

Strafen: Geld auf ausländischen Konten zu bunkern, ist legal. Zum Hinterzieher wird, wer seine Einnahmen vor dem Fiskus verheimlicht. Gerichte ahnden das mit einer Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Gefängnis. Aber es kann noch schlimmer kommen. Wer hohe Summen hinterzieht, dem drohen Haftstrafen von einem Jahr bis zu zehn Jahren. Eine genaue Grenze ist gerichtlich noch nicht festgelegt. Manche Juristen halten die Vorschrift für verfassungswidrig.

Rettung: Ohne Blessuren wird der Steuersünder aus dem Schlamassel nicht herauskommen. Er muss mindestens die hinterzogenen Steuern nachzahlen, bis zu 13 Jahre zurück. Hinzu kommen Strafzinsen von sechs Prozent jährlich. Über das Strafmaß lassen Richter aber mit sich reden. Wer alles gesteht, kann ein milderes Urteil erwarten. Die strafbefreiende Selbstanzeige ist aber mit der Entdeckung passé.

Steueramnestie: Mit Minisätzen können sich Steuersünder von ihrer Schuld freikaufen (bei Zinseinnahmen sind es 15 Prozent). Sie müssen sich dafür beim Staat als Hinterzieher outen. Das Angebot gilt bis Ende Mai 2005. Wer vor seiner Beichte mit Schwarzgeld erwischt wird, hat die Chance vertan - selbst wenn er das Geld für die Amnestie holen wollte.

Quelle: Wiwo Nr. 36 vom 26.08.2004, S. 108

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