Special Scheidungsrecht
Aktuelle Rechtsprechung zum Thema Scheidung

Späte Versöhnung:
Wer Unterhalt an den Expartner zahlt, kann die Ausgaben bis 13 805 Euro im Jahr von der Steuer absetzen - wenn der Ex zustimmt, denn im Gegenzug muss er die Alimente versteuern. Die Zustimmung kann er auch noch Jahre später erteilen, entschied der Bundesfinanzhof (XI R 32/05). Bereits bestandskräftige Steuerbescheide seien dann nachträglich zu ändern. Oft übernehmen Alimente-Zahler die zusätzliche Steuerlast des Expartners, da das wegen des Progressionseffektes immer noch günstiger ist.

Reservierter Steuervorteil:
Heiratet ein Geschiedener zum zweiten Mal und spart fortan wegen des Ehegattensplittings Steuern, muss er dem Expartner deshalb keinen höheren Unterhalt zahlen (Oberlandesgericht Frankfurt, 5 WF 146/05). Steuervorteile seien für die neue Familie reserviert, sagen die Richter.

Erkrankte Exfrau:
Ist die geschiedene Gattin unheilbar krank, muss ihr Exmann auch dann Unterhalt zahlen, wenn sie im Ehevertrag darauf verzichtet hatte (Oberlandesgericht Koblenz, 11 UF 329/03).

Abgefundener Alimente-Zahler:
Väter sind nicht automatisch von der Unterhaltspflicht befreit, wenn sie ihren Job verlieren. Haben sie vom letzten Arbeitgeber eine Abfindung erhalten, wird die Summe auf die Folgemonate verteilt und damit zur Grundlage für Unterhalt (Oberlandesgericht Koblenz, 13 UF 337/05). Bemühen sie sich nicht intensiv um einen neuen Job, wird ein fiktives Gehalt zugerechnet, sobald die Abfindung aufgezehrt ist.

Geteilter Kinderfreibetrag:
Verzichtet die Frau auf Unterhalt für die Betreuung der Kinder, weil ihr der Mann nach der Scheidung Immobilien überlassen hat, darf sie hinterher nicht den kompletten Kinderfreibetrag für sich fordern (Bundesfinanzhof, III R 57/00). Der Mann sei seiner Unterhaltspflicht vorab nachgekommen, deshalb stehe ihm der halbe Freibetrag zu.

Teures Tier:
Wer sich bei der Scheidung verpflichtet, der Ex 100 Euro im Monat fürs Betreuen des gemeinsamen Hundes zu zahlen, ist bis zum Tod des Tiers daran gebunden (Oberlandesgericht Zweibrücken, 2 UF 87/05).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%