Special Scheidungsrecht
Was Unternehmer und Freiberufler beachten sollten

Ist einer der Expartner Unternehmer, birgt die Scheidung besondere Risiken. Denn zunächst muss für die Vermögensteilung und den Zugewinn das Unternehmen bewertet werden.

Je nachdem, ob sich das Paar mit oder ohne Ehevertrag trennt, kann diese Entscheidung für die Firma existenziell werden. Dabei fließen nicht etwa die bilanziellen Werte von Gebäuden, Maschinen und Fahrzeugen ein, sondern die meist höheren Verkehrswerte. Erst dann zeigt sich, wie hoch die stillen Reserven sind und wie weit der Wert des Unternehmens während der Ehe tatsächlich gestiegen ist. Oft sind überraschend hohe Ausgleichszahlungen fällig, für die Cash-Flow und Privatvermögen nicht reichen. In solchen Fällen droht ohne Kredit oft der Verkauf.

Wegen dieses Risikos ist für Selbstständige ein Ehevertrag unerlässlich, in dem sie die Vermögensteilung nach der Scheidung ausschließen und klarstellen, dass ihr Partner nicht mit seinem Vermögen für Schulden der Gesellschaft geradesteht. Gehört das Unternehmen beiden, sollten die Co-Unternehmer regeln, wer seine Anteile im Fall einer Scheidung zu welchen Konditionen an den anderen abgibt - den wenigsten gelingt es, nach der Trennung von Tisch und Bett noch konstruktiv zusammenzuarbeiten.

Beim Unterhalt sind Unternehmer und Freiberufler gegenüber Angestellten im Vorteil. Wie viel Unterhalt sie nach der Scheidung zahlen müssen, hängt vom Durchschnittsgewinn der letzten drei Jahre ab. Wenn die Trennung naht, können sie ihr Einkommen kleinrechnen, etwa indem sie höhere Rücklagen bilden oder Sonderabschreibungen machen. Für Familienrichter ist schwer nachzuvollziehen, ob das angemessene unternehmerische Entscheidungen oder Tricks sind.

Auch bei der Aufteilung von Rentenansprüchen haben es Verflossene schwer, weil Unternehmer meist nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Häufig haben sie auch nur in geringem Umfang private Rentenversicherungen, sie setzen stattdessen aufs Unternehmen, auf Immobilien oder Investmentfonds als Altersvorsorge. Daraus lassen sich keine Rentenansprüche für Expartner ableiten. Und nicht immer gibt's dafür deutlich mehr bei der Vermögensteilung - etwa wenn der Großteil des zugrunde liegenden Vermögens aus Erbschaften oder Schenkungen stammt.

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