Spekulationsverluste
Fiskus durchschaut Steuerspar-Timing

Verlockende Idee: Der Anleger verkauft Aktien und kauft sie anschließend zurück, um so steuersparende Verluste aufzubauen. Der Fiskus kennt den Trick. Was Anleger tun können, erklärt Jochen Busch, Steuerberater in der Münchner Kanzlei RP Richter & Partner, im Kurzinterview.

Von 2009 an gilt die Abgeltungsteuer, die Spekulationsfrist von zwölf Monaten entfällt, jeder Kursgewinn muss dann versteuert werden. Was heißt das für Aktienverluste, die ein Anleger nicht bis Ende 2008 mit seinen Erträgen verrechnet?

Bis Ende 2013 können Anleger alte Verluste noch mit abgeltungsteuerpflichtigen Gewinnen aus Wertpapierverkäufen sowie einigen anderen Erträgen aus Kapitalvermögen verrechnen.

Auch wenn jemand mit gezieltem Timing Steuern sparen will?

Falls jemand Papiere noch vor 2009 verkauft und sie unmittelbar danach wieder erwirbt, um Verluste für spätere Kursgewinne zu bunkern, ist die Gefahr groß, dass die Finanzämter eine Verrechnung ablehnen, weil sie steuerlichen Missbrauch unterstellen.

Wie vermeidet man den?

Indem zwischen Verkauf und Kauf ein angemessener Zeitraum von einigen Tagen oder einer Woche liegt und die Stückzahl bei beiden Orders nicht identisch ist. Letzteres Kriterium hat das Finanzgericht Münster erst kürzlich bestätigt. Bei Zertifikaten kann es schon reichen, ein ähnliches Papier von einer anderen Emissionsbank zu kaufen. Da die Konditionen je nach Anbieter unterschiedlich sind, handelt es sich dann rechtlich um ein anderes Produkt.

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