Steueranwalt im Interview
„Nur ein Promilleanteil der Anleger sind betroffen“

Wie sicher können sich Steuersünder mit Stiftungen und Nummernkonten im Ausland fühlen? Handelsblatt Online sprach mit dem Stuttgarter Steuerstrafrechtsexperten Alexander Sommer über das Risiko aufzufliegen.
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Welche Steuersünder stehen zur Zeit im Fokus der Finanzverwaltung?

Derzeit sind verschiedene Anleger betroffen. Vor allem sind es Inhaber von sogenannten „Live insurance Portfolios“ (lip), also Lebensversicherungen auf den Bermuda Inseln. Insbesondere gilt dies für Versicherungen, die von Credit Suisse vermittelt wurden.

Welche anderen Formen der Anlage gibt es noch, außer Namenskonten und den angesprochenen Lebensversicherungen?

Vieles hat sich hier nicht geändert. Es gibt immer noch Stiftungen, Trusts oder Versicherungsmäntel und natürlich die alten Nummernkonten. Diese Anlageformen erschweren bis heute eine Identifizierung der Anleger für den deutschen Fiskus.

Sind Anleger, die hier investieren und nicht steuerehrlich waren, schon entdeckt worden?

Eindeutig Ja. Es wurden bereits Anleger enttarnt, die solche Nummernkonten hatten. Auch Steuersünder, die sich hinter Stiftungen getarnt haben, wurden schon entdeckt.

Wird es aktuell für solche Steuerhinterzieher gefährlicher?

Nicht unbedingt, abgesehen von den Datendiebstählen. Nummernkonten und Stiftungen wurden auch schon in früheren Zeiten, den 90-iger Jahren und zu Beginn dieses Jahrtausends, aufgedeckt.

Gibt es Anlageformen, die auf allen CDs, die die Finanzverwaltung ankaufte, bisher nicht aufgetaucht sind?

Die Gründe für die Enttarnung liegen nicht nur in den CD-Diebstählen und der diesbezüglichen „Hehlerei“ durch den deutschen Staat, sondern auch in anderen, herkömmlichen Ursachen begründet wie insbesondere Betriebsprüfungen, Trennungen, plötzlichem ungeklärten Kapital oder Durchsuchungen aufgrund anderweitiger Vorwürfe.

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Kommentare zu " Steueranwalt im Interview: „Nur ein Promilleanteil der Anleger sind betroffen“"

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  • liebe leser,das interview ist fast 5 monate alt und hat keinerlei aktualität

    peinlich

  • Kann man machen, nur vollstreckt werden würde die nicht. Da dies das Grundgesetz verbietet.
    Die Strafe gäbe es sonst noch in einigen Bundesländern. Dort steht sie noch in den Gesetzen drin

  • Oft wird China als Vorbild für billig, billig genommen. Dort sind die Arbeitskräfte billiger, die Umweltauflagen geringer etc.

    Die deutschen Arbeitnehmer müssen für immer weniger Geld arbeiten, um mit den Billigkräften aus China zu konkurrieren.

    Vielleicht sollte man sich auch im Steuerrecht an China orientieren und hier für Verbrecher die mehr als eine Million Euro hinterzogen haben das Chinesische Recht übertragen. Die haben da eine recht abschreckende Strafe. Die Steuerverbrechen würden merklich zurückgehen...

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