Steuerbescheid
Vertippt ist nicht verloren

Steuerzahler haben ab diesem Jahr länger Zeit, Tipp- und Schreibfehler in ihrer Steuererklärung zu korrigieren und in der Folge auch den Steuerbescheid zu ändern. Profitieren sie davon, müssen sie den Fehler beweisen.
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BerlinIhren Steuerbescheid sollten Sie recht gründlich lesen – schließlich geht es für Sie um bares Geld. Wenn Ihnen also das Finanzamt Post ins Haus schickt, sollten Sie sich in aller Ruhe hinsetzen und den Bescheid mit Ihrer Steuererklärung vergleichen. Gehen Sie vor allem die einzelnen Zahlen, die der Sachbearbeiter errechnet hat, genau durch und lesen Sie die „Erläuterungen zur Festsetzung“. Hier finden Sie Hinweise darauf, warum das Finanzamt gegebenenfalls einzelne Werbungskosten, Betriebsausgaben oder andere Aufwendungen nicht anerkannt hat.

Als kleine Checkliste sollten Sie beim Prüfen des Steuerbescheids diese Fragen für sich beantworten:

  • Stimmt der Gesamtbetrag der Einkünfte, also die Summe von Lohn oder Rente und anderen Einkommen?
  • Hat der Sachbearbeiter alle Werbungskosten richtig addiert oder fehlt etwas?
  • Sind beim Punkt „Sonderausgaben“ die Aufwendungen für Altersvorsorge berücksichtigt?
  • Hat das Finanzamt mögliche „Außergewöhnliche Belastungen“ in der beantragten Höhe anerkannt, also beispielsweise Krankheitskosten oder die Ausgaben für ein Pflegeheim?
  • Sind alle Freibeträge – etwa für Kinder – enthalten?
  • Hat das Finanzamt alle Daten von Dritten – also auch Krankenkassen oder der Rentenversicherung – korrekt übernommen?

Wenn Sie auf diese Weise Fehler finden, die sich nicht durch die Erläuterungen aufklären lassen, müssen Sie nicht gleich Einspruch einlegen. Bei einfachen Rechen- oder Schreibfehlern genügt es, wenn Sie einen formlosen Antrag auf schlichte Änderung stellen.

Bislang betrafen solche schlichten Änderungsanträge vor allem offensichtliche Fehler der Finanzverwaltung. Zum Jahreswechsel ist jedoch das „Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens“ in Kraft getreten – mit einigen Erleichterungen für den Steuerpflichtigen. Unter anderem ist die Abgabenordnung um eine neue Korrekturvorschrift für Steuerbescheide ergänzt worden: Der neue Paragraf lautet nun:

„Steuerbescheide sind aufzuheben oder zu ändern, soweit dem Steuerpflichtigen bei Erstellung seiner Steuererklärung Schreib- oder Rechenfehler unterlaufen sind und er deshalb der Finanzbehörde bestimmte, nach den Verhältnissen zum Zeitpunkt des Erlasses des Steuerbescheids rechtserhebliche Tatsachen unzutreffend mitgeteilt hat.“ (§ 173a AO)

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Kein Ermessen der Finanzverwaltung

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