Steuererklärung 2011
Beim Steuerbescheid ist Erbsenzählen angesagt

Wer den Berechnungen des Finanzamtes blind vertraut, verschenkt bares Geld, denn jeder fünfte Steuerbescheid ist fehlerhaft. Worauf Steuerzahler achten sollten - und wann der Widerspruch lohnt.
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DüsseldorfAb die Post und endlich weg damit! So denken wohl viele Steuerpflichtige, die ihre Einkommensteuererklärung selbst gemacht und dafür mühsam Belege sortiert und Formulare ausgefüllt haben. Doch wenn nach einigen Wochen der Steuerbescheid vom Finanzamt kommt, sollten sie noch einmal eine Kopie der Steuererklärung hervorholen und sich in Ruhe damit beschäftigen.

Handelsblatt Online hat in einem mehrteiligen Spezial zur Steuererklärung 2011 gezeigt, wie sie bei der Erklärung ihrer Steuern vorgehen sollten. Die vergangenen Teile mit allgemeinen Tipps und speziellen Erklärungen rund um das Kindergeld, die Immobilie, die Geldanlage und die Selbstständigkeit finden sich hier.

Einen großen Vorteil beim Prüfen des Steuerbescheids haben diejenigen Steuerzahler, die ihre Steuererklärung elektronisch mit einer Steuersoftware erstellt haben, denn diese hat bereits berechnet, wie hoch eine Steuererstattung oder -nachzahlung ausfallen müsste. „Wenn der Betrag auf dem Steuerbescheid mit der Berechnung des Programms übereinstimmt, muss der Steuerzahler eigentlich nicht mehr viel nachprüfen“, sagt Steuerberater Tobias Gerauer von der Lohnsteuerhilfe Bayern. Doch das ist keinesfalls die Regel.

Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens jeder fünfte Steuerbescheid fehlerhaft ist. „Seit die Daten der Krankenkassen oder anderer Versicherer elektronisch an die Finanzämter übermittelt werden, kann es hier vermehrt zu Fehlern kommen“, sagt Isabel Klocke, Steuerexpertin beim Bund der Steuerzahler (BdSt). So könne es beispielsweise passieren, dass Bonuszahlungen, Beitragserstattungen oder Zusatzbeiträge nicht berücksichtigt würden. Oder es komme schlicht zu Fehlern bei der Datenübertragung zwischen Kasse und Finanzamt.

Kommentare zu " Steuererklärung 2011: Beim Steuerbescheid ist Erbsenzählen angesagt"

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  • Meine Steuerbescheide sind zunächst einmal alle fehlerhaft. Und zwar immer zu meinen Lasten. Der krasseste Fall war bisher, dass mir das Finanzamt mal 22 TEUR zu viel abbuchen wollte. Bei der erneuten Prüfung viel dann auf, dass auch 780,-EUR Steuern auf Kapitalerträge zu viel eingezogen wurden. Der Dame von der Oberfinanzdirektion gegenüber meinte ich dann nur noch, das es mir eben gar nicht auffällt, wenn mich das Finanzamt bis lediglich 1000 EUR über den Tisch zieht.
    Ach ja, ich bin Freiberufler und erwirtschaften den größten Teil meiner Steuern im Ausland. Klar, ich werde regelmäßig geprüft und finde den Gestaltungsspielraum, den das Finanzamt hat, außerordentlich groß. Auch kennt kaum ein Finanzbeamter das Reversed Charge Verfahren. Ich bezahle eine Steuerberaterin dafür, den Finanzbeamten die Steuergesetzgebung zu erklären und kann auch diese Kosten nicht zu 100% als Betriebsausgabe absetzen (dazu läuft auch ein Verfahren). Buchhaltungsfehler zu meinen Lasten werden bei Prüfungen übrigens immer übersehen.
    Mit Rechtsstaatlichkeit hat unser Steuersystem eigentlich gar nichts mehr zu tun.

  • 20% der Steuerbescheide sind fehlerhaft; auch zugunsten des Steuerzahlers!

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