Steuererklärung 2011
Geldregen für Selbstständige

Wer selbstständig ist, kann sich um die Einkommensteuererklärung nicht drücken. Doch der Aufwand lohnt sich, denn Unternehmern winken hohe Rückzahlungen. Kleineren Firmen hilft der Staat sogar beim Investieren.
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DüsseldorfWer seine Steuererklärung für 2011 noch pünktlich abgeben will, muss sich ranhalten, denn die Frist läuft in drei Wochen ab. Für viele Arbeitnehmer ist die Abgabe der Einkommensteuererklärung freiwillig, Selbstständige können sich aber nicht darum drücken. Handelsblatt Online zeigt in einem mehrteiligen Spezial zur Steuererklärung 2011, wie sie bei der Erklärung ihrer Steuern vorgehen sollten.

Für alle Selbstständigen ist die Abgabe einer Einkommensteuererklärung Pflicht. Denn anders als bei Angestellten wird ihre Einkommensteuer nicht monatlich vom tatsächlichen Gehalt als Lohnsteuer einbehalten. Sie müssen stattdessen vier Mal im Jahr eine Einkommensteuervorauszahlung leisten. Diese basiert am Anfang der Selbstständigkeit auf einer Schätzung des Gewinns und später auf den Ergebnissen des Vorjahres. „Da die Einnahmen von Selbstständigen häufig schwanken, ist das also immer nur ein grober Richtwert“, sagt Tobias Rolfes, Steuerexperte der IHK Köln.

Existenzgründern empfiehlt er: „Junge Unternehmer sollten ihren Gewinn realistisch, aber eher konservativ schätzen.“ Denn wer die Schätzung zu niedrig ansetzt, muss nach der Steuererklärung nachzahlen. „Den Gewinn zu hoch einzuschätzen, ist aber auch ungünstig“, sagt Rolfes, „das Geld bekommt der Steuerzahler zwar später zurück, im laufenden Jahr verringert es aber seine Liquidität.“ Wer voraussichtlich weniger als 400 Euro Einkommensteuer im Jahr zahlen muss, muss gar keine Einkommensteuervorauszahlung leisten. Im Grundtarif für 2011 fallen bei einem zu versteuernden Einkommen von 10.467 Euro Steuern in Höhe von 400 Euro an.

Wie hoch seine Steuerschuld tatsächlich ist, erfährt der Selbstständige nicht per Lohnsteuerbescheid. Er muss dazu selbst seinen Gewinn ermitteln. Grundsätzlich gibt es dafür zwei Möglichkeiten: Den Betriebsvermögensvergleich und die Einnahmenüberschussrechnung. Wer ein Handelsgewerbe betreibt, also per Definition des Handelsgesetzbuches (§1 Abs. 2 HGB) als Kaufmann agiert, ist grundsätzlich zur Buchführung verpflichtet und muss einen Jahresabschluss per Betriebsvermögensvergleich erstellen.

Kommentare zu " Steuererklärung 2011: Geldregen für Selbstständige "

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  • Den Geldregen muss jeder für sich selber schaffen. Viele Selbstständige in Deutschland tun mir (fast) leid, die sich vom Bürokratenmonster die Kirsche und Sahne von der Torte nehmen lassen und Krümel überreicht bekommen, obwohl sie die ganze Torte für sich allein haben können. Bedauerliche Unternehmer, die es Jahr für Jahr zulassen, dass sich der Fiskus bedient, nur weil es auf dem Papier geschrieben steht. Nicht mit mir, denn ich teile niemals die Früchte meiner Arbeit. Was und wie viel ich verdiene, geht nur mich etwas an.

    Alle Geschäfte ohne Beleg – von einer Tasche in meine. Vorschriften sind ohnehin nur dazu da, die Freiheit einzuschränken. Als Unternehmen ist der Profit mein Ziel. Einkommenssteuer, Sozialabgaben und Zwangsmitgliedschaften in irgendwelchen Verbänden schmälern nur meinen Profit. Deshalb nehme ich daran nicht Anteil. Am Ende des heutigen Tages kann ich wieder sagen: „Das habe ich mir aus eigener Kraft verdient und ich muss mit niemandem teilen.“

    Schön blöd, wenn andere Selbstständige freiwillig den Steuerzirkus vom Fiskus mitmachen, statt kreativ zu sein. Ich bin Unternehmer und deshalb in Deutschland willkommen. Ich nehme mir, was mir angeboten wird, aber abgeben werde ich davon nichts. Ob ich meine Einnahmen seit 1980 versteuere oder nicht, ist irrelevant, solange weiterhin meine eigene Kasse klingelt. Bürgerpflichten, Politiker und ihr Geschwätz können mir gestohlen bleiben. Ich vertraue mir selbst und gehe eigene Wege.

    Ich habe seit 32 Jahren keine Steuernummer und werde auch die nächsten 32 Jahre keine brauchen. Den Finanzbeamten sage ich an dieser Stelle „Catch me if you can …“ und trinke ein Glas Château Cheval Blanc auf mein Wohl.

  • Es wird in der Politik leider viel zu lange Diskutiert. Es ist wie nach der Kriegsbeendung anno ´45, als der Ami sich um Das BRD Volk gümmerte. Rationiert wurde und mit Recht, denn sonst hätten nur die Amis etwas zu Essen gehabt. Lieb wäre, wenn man das organisierte Wirtschaftschaos etwas mehr diversidieren könnte, dh. Selbstständige direkt etwas verdienen lässt, statt mit Rabattmarken für deren Job - Erhalt zu sorgen.

  • Inhaltlich leider nichts Neues. Woher der Geldregen kommen soll bleibt völlig unklar!

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