Steuererklärung 2013

Rente schützt nicht vor dem Finanzamt

Der offizielle Abgabetermin ist schon beinahe zwei Wochen verstrichen. Nachzügler sollten ihre Steuererklärung nun möglichst schnell abgeben. Auch Rentner müssen diese Pflicht ernst nehmen – trotz drohender Nachzahlung.
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Immer mehr Rentner müssen eine Steuererklärung anfertigen. Quelle: dpa

Immer mehr Rentner müssen eine Steuererklärung anfertigen.

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DüsseldorfRechnungen sortieren und Formulare ausfüllen – das kann ganz schön lästig sein. Doch die Aussicht auf hohe Rückzahlungen spornt jedes Jahr Tausende Deutsche dazu an, sogar freiwillig eine Steuererklärung zu machen. Immerhin erstatten die Finanzämter im Durchschnitt fast 900 Euro. Viele Rentner dagegen haben gar keine Wahl: Sie müssen die Steuererklärung ausfüllen - und danach sogar häufig eine Nachzahlung leisten.

Früher hatten sie es einfacher. Bis einschließlich Steuerjahr 2004 wurde nur auf etwa 22 bis 35 Prozent einer Altersrente Einkommensteuer fällig. Bei einem solch geringen Anteil wurden letztlich nur die Gutverdiener zur Kasse gebeten. Doch seit zehn Jahren steigt der steuerpflichtige Rentenanteil und damit auch die Zahl jener, die eine Steuererklärung abgeben müssen.

„Rentner sind steuerrechtlich eher mit Selbstständigen als mit Arbeitnehmern zu vergleichen“, sagt Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL). Sie erhalten zunächst die volle Rentenzahlung – nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen – und müssen gegebenenfalls später ihre Steuern bezahlen. Bei Arbeitnehmern dagegen führt der Arbeitgeber jeden Monat automatisch Lohnsteuer an den Fiskus ab.


Inzwischen gilt: Wer bis 2005 in Rente gegangen ist, muss die Hälfte seiner Rente versteuern. Bei einem späteren Renteneintritt ist der steuerpflichtige Rentenanteil noch größer. Wer sich 2006 zur Ruhe gesetzt hat, muss 52 Prozent der Rente versteuern, bei Renteneintritt 2013 sind es schon 66 Prozent. Bis 2040 wird der steuerpflichtige Anteil auf 100 Prozent steigen. Dies gilt für die sogenannten Altersrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, den landwirtschaftlichen Alterskassen, den berufsständischen Versorgungswerken und den kapitalgedeckten Rentenversicherungen („Rürup-Rente“).

Andere Rentenarten werden auch anderes besteuert. Auf sonstige – insbesondere private – Renten müssen weniger Steuern gezahlt werden. Schließlich stammen die früher gezahlten Rentenbeiträge meist aus bereits versteuertem Einkommen. Hier richtet sich der steuerpflichtige Anteil nach dem Alter bei Rentenbeginn.

Je älter der Steuerzahler bei Rentenbeginn war, desto geringer der steuerpflichtige Rentenanteil. Wer beispielsweise ab 61 Jahren eine private Rente bezieht, muss davon 22 Prozent versteuern, bei Rentenbeginn mit 65 Jahren sind es 18 Prozent. Zur dritten Rentenart gehören Leistungen aus der Riester-Rente, aus umlagefinanzierten Zusatzversorgungsrenten und Renten der betrieblichen Altersvorsorge. Sie müssen in der Regel zu 100 Prozent versteuert werden.

„Die Steuererklärung für Rentner ist häufig komplizierter“
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8 Kommentare zu "Steuererklärung 2013: Rente schützt nicht vor dem Finanzamt"

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  • @Redaktion Bitte fragt vor solchen artikeln einen SteurFachmann und bestenfals auch versicherungs Fachmann.
    Private renten der Schicht 3 werden weiterhin nur mit dem "Ertragsanteil" besteuert diese führt das Versicherungsunternehmen direckt ab. Nur bei private renten der Schicht 2 und 1 auch bekannt als riester &BAV sowie Basis/rürup entsteht eine nach dem renteneintritsjahr entsprechende oder sogar voll versteuerung an auch hier wird die steuer direckt abgeführt. also für jedender nicht aufgefordert wird besteht keine verpflichtung oder notwendigkeit. Ausser er möchte geld zurück bekommen.

  • "Vor dem gierigen Staatskraken schützt weder Rente noch sonst irgendwas"

    Auswandern hilft.

  • Es gibt nicht 67% vom letzten Lohn. Die Rente wird jährlich nach dem Jahresverdienst und dem Durchschnittseinkommen errechnet.

  • wareum bekommt man nicht 100 % seinens letzten Lohnes, den da wurden ja dann die steuern noch abgezogen. Die Rente ist ja nur 67% drum iss da ja die Steuer schon weg.
    Verstehe bis heute nicht wie das funktioniert? Ist das in Österreich, schweiz, Frankenreich usw auch so? wenn nicht ist das nicht Europagesetztfeindlich?

  • Auch Leute, die jahrelang aus zu 100% versteuertem Einkommen Beiträge in die staatliche Rente eingezahlt und sich dann selbständig gemacht haben, bekommen ihre Rentenauszahlungen noch einmal zu 100% versteuert. Die Doppelbesteuerung von Renten ist doch eigentlich ein Fall fürs Verfassungsgericht. Kann da nicht mal einer klagen? Ich muss damit leider noch einige Jahre warten, weil ich ja jetzt noch nicht betroffen bin, sondern erste, wenn ich mal in den Ruhestand gehe. Aber beim derzeitigen Comeback des Sozialismus werden wir dann wohl sowieso sämtliche Einnahmen an den gefräßigen Staat abdrücken müssen, der uns dann zum Überleben einen kleinen Pauschalbetrag zurück überweist.

  • Deshalb - keine (freiwillige) Rentenversicherung! Wer eine Altersvorsorge haben will, macht Kinder.

  • Vor dem gierigen Staatskraken schützt weder Rente noch sonst irgendwas. Die Merkel-Junta braucht Geld, um es in der Welt zu verschleudern. Einzig die Pfändungsfreigrenze bietet einen gewissen Schutz gegen den enteignungsgleichen Zugriff der Raubritter.

  • Tja, wenn das alles so wäre wie beschrieben ...
    Wer in eine ausländische Rentenkasse über Jahrzehnte freiwillige Beiträge aus seinem bereits versteuertem Einkommen einzahlt, wird später vom FA barbiert. Er muss die Rentenzahlung so versteuern, als hätte er bereits bei Prämienzahlung Vorteile in Form von Pauschalversteuerung, etc. erhalten.
    Wenn ich mir dieses doppelte versteuern ansehe, erwerben alle Steueroptimierer, die es schaffen diese Ungerechtigkeit zu beheben enorme Sympathiepunkte, entsprechend den Maluspunkten an unseren unersättlichen Finanzminister.

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