Steuererklärung 2013
Vorausgefüllt? Von wegen!

Stundenlang Belege zusammensuchen und sortieren, Bögen ausfüllen und alles wegschicken – die Steuererklärung ist mühsam. Doch wer glaubt, mit der vorausgefüllten Variante werde das mühsame Ausfüllen einfacher, der irrt.
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DüsseldorfEs ist paradox, doch viele Deutsche geben keine Steuererklärung ab, obwohl sie mit einer Erstattung rechnen dürften. Neun von zehn Steuerzahlern bekommen nämlich Geld zurück, im Schnitt sind es knapp 870 Euro. Doch viele setzen sich gar nicht erst an die lästigen Formulare. „Es wird viel verschenkt“, sagt Roland Kleemann, Steuerberater und Präsident der Steuerberaterkammer Berlin. „Viele wissen gar nicht, was sie alles absetzen können.“

Es kann sich aber lohnen, die Steuererklärung abzugeben. Denn wer zu bequem ist, die grau-grünen Bögen auszufüllen, verschenkt oft bares Geld. In vielen Fällen besteht ein Rückerstattungsanspruch – manchmal sind das sogar ein paar tausend Euro.

Das deutsche Steuerrecht wird immer komplizierter, auch deshalb scheuen viele das lästige Ausfüllen. Da viele Steuerpflichtige auch gar nicht mehr abschätzen können, ob sich die freiwillige Abgabe der Erklärung lohnt, hat der Lohnsteuerhilfeverein eine Liste mit Beispielen ins Netz gestellt, „die steuerlich relevant sein können und in der Praxis häufig zu einer Steuerrückerstattung beitragen“.

Steuerlich geltend machen lassen sich demnach unter anderem Krankheitskosten, Aufwendungen für die Pflege alter Menschen und die Kinderbetreuung, Handwerkerrechnungen, Riester- und Rürup-Rente, Fahrten zur Arbeit, Zahlungen an Versicherungen und Aufwendungen für Arbeitsmittel. Insgesamt nennt die Liste fast 30 Punkte, allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Sie zeigt aber, wie viele Möglichkeiten Steuerpflichtige haben, ihre Steuerlast zu senken.

Mit der sogenannten vorausgefüllten Steuererklärung soll der lästige Papierkram künftig weniger werden. Denn viele Daten, die in die Erklärung gehören, liegen dem Staat bereits vor. Der Fiskus hätte sie also längst übernehmen können. Es sind die Angaben aus der vom Arbeitgeber übermittelten Lohnsteuerbescheinigung, die Bankverbindung, Mitteilungen  über den Bezug von Rentenleistungen, Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen, Altersvorsorgeaufwendungen wie etwa Rürup- und Riester-Verträge. Dieses Jahr können Steuerzahler über das Elster-Portal erstmals auf diese Daten zugreifen.

Das klingt erstmal gut, allerdings geht der Begriff „vorausgefüllte Steuererklärung“ doch ein bisschen zu weit. Denn in der Regel haben Steuerpflichtige noch viele andere Dinge, die sie steuerlich geltend machen können. „Die vorausgefüllte Steuererklärung gibt es eigentlich nicht“, sagt auch Steuerberater Kleemann. „Der Begriff ist missverständlich.“ Im Grunde erhalte der Steuerpflichtige nur alle elektronisch an den Fiskus übermittelten Daten. Alles andere – von den Fortbildungsaufwendungen, über die Aufwendungen für Arbeitsmittel bis zu Praxisgebühren – müssen die Steuerzahler weiterhin mühsam in die entsprechenden Kästchen schreiben. „Rurüp- und Riester-Rente, Gehaltsabrechnungen und Krankenversicherung werden schon länger elektronisch an das Finanzamt gemeldet, jetzt können Steuerzahler sie über das Elster-Portal abrufen“, so Kleemann.

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