Steuererklärung 2014

Wo das Finanzamt dieses Mal genau hinschaut

Geben ist seliger als nehmen? Das gilt nicht für Finanzämter. Einmal gezahlte Steuern lassen sie sich nicht einfach wieder entlocken. Wozu es häufig Nachfragen gibt und wann die Beamten besonders skeptisch sind.
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Einige Angaben von Steuerzahlern werden die Finanzämter dieses Jahr besonders genau prüfen. Quelle: Getty Images
Unter der Lupe

Einige Angaben von Steuerzahlern werden die Finanzämter dieses Jahr besonders genau prüfen.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfJetzt gibt es keine Ausreden mehr. Mitte April dürfte auch die letzte Bank die Steuerbescheinigungen an ihre Kunden verschickt haben, auch Belege zu möglichen Gewinnen oder Verlusten sollten inzwischen jedem Steuerzahler vorliegen. Und das heißt: Der Steuererklärung steht nichts mehr im Wege. Na, endlich? Jubelschreie wird das wohl nur bei wenigen Steuerzahlern auslösen, schließlich ist das Ausfüllen der Steuerformulare nicht gerade ein Vergnügen. Trotzdem lohnt sich der Aufwand, denn im Durchschnitt zahlt das Finanzamt etwa 900 Euro zurück.

Wer zur Abgabe der Erklärung verpflichtet ist, hat jetzt noch sechs Wochen Zeit, diese fristgerecht beim Finanzamt einzureichen. Wer einen Steuerberater beauftragt muss erst am 31. Dezember liefern. Von dieser Pflicht befreit sind ledige Arbeitnehmer, die nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind und ausschließlich Arbeitslohn bekommen, von dem die Lohnsteuer bereits abgezogen wurde. Doch schon durch Nebeneinkünfte in Höhe von mehr als 410 Euro kann sich das ändern. Auch wer mehrere Arbeitgeber hat, Freibeträge nutzt oder verheiratet ist und deshalb Steuerklasse V oder VI nutzt, muss sich vor dem Finanzamt erklären.

Je sorgfältiger Steuerzahler dabei sind, desto größer sind ihre Chancen auf eine hohe und zugleich zügige Steuererstattung. „Bei einigen Themen werden die Finanzbeamten dieses Jahr besonders genau hinschauen“, sagt Isabel Klocke, Steuerexpertin beim Bund der Steuerzahler (BdSt). „In den Fokus dürften unter anderem Angaben zu den Reisekosten und zur doppelten Haushaltsführung rücken, denn hier gab es 2014 gesetzliche Änderungen.“

Außerdem legt die Finanzverwaltung in jedem Jahr wechselnde Bereiche fest, die Finanzämter besonders intensiv prüfen sollen. Die Finanzverwaltung NRW veröffentlicht die Prüffelder sogar. „Das ist ein vorbildlicher Service und erleichtert vor allem Steuerberatern die Arbeit“, sagt Klocke. „Die Prüffelder zeigen an, zu welchen Angaben die Finanzbeamten besonders ausführliche Belege verlangen werden.“ Zudem könne die Liste aus NRW auch ein Indiz für Steuerzahler in anderen Ländern sein. Daneben gibt es Dauerbrenner, also Themen, die immer sehr genau geprüft werden, etwa weil die Missbrauchsgefahr groß ist.

Reisekosten

Seit 2014 gilt das neue Reisekostenrecht. Knackpunkt dabei ist die Definition der ersten Tätigkeitsstätte. Diese ist wichtig für die Berechnung des eigenen Arbeitsweges oder für Dienstreisen. In Paragraph neun des Einkommensteuergesetzes heißt es dazu: „Erste Tätigkeitsstätte ist die ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers […], der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist.“ Dies kann beispielsweise ein Büro oder eine Filiale sein.

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16 Kommentare zu "Steuererklärung 2014: Wo das Finanzamt dieses Mal genau hinschaut"

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  • Ich meine die Zinsen, die Sie auf einen Kredit für den Kauf der Eigentumswohnung (die sie zu Marktkonditionen vermieten), zahlen.

    Schauen Sie sich dazu bitte das Formular "Anlage V (für Vermietung und Verpachtung) zur Einkommensteuererklärung an. Da können Sie Ihre Mieterträge und alle Werbungskosten aus der Vermietung, einschließlich der Schuldzinsen, eintragen.

  • Sie meinen negative Schuldzinsen?

    Schluckt die Software der Finanzverwaltung negative Schuldzinsen?

  • @Markus Gerie, das gibt es nicht nur in Deutschland sonder auch genauso in der USA.

  • Wie konnten Sie davon ausgehen, dass ELSTER funktionieren würde?

    Der Bundestag ist gespickt mit Juristen und Doktoren und trotzdem schaffen die es nicht ein Gesetz, dass verfassungsgemäß ist, zu verfassen. Auf der anderen Seite verlangen sie aber wie Richter bezahlt zu werden.

    Würden bei Abgeordnete wie Angestellte behandelt, wäre sie schon lange raus geflogen.

    Wie heißt es da noch: Vor dem Gesetz sind alle gleich!

  • Dann haben Sie ja die Antwort auf Ihre Frage, s. meine Ausführunge.

  • In diesem Fall ist an eine Fremdvermietung zum ortsüblichen Mietpreis gedacht.

  • Und unsere Renner -u. Rentnerinnen vergessen die NV-Bescheinigung zu beantragen, sofern ihr FSA von 801,./1602,. Euronen nicht ausreicht.

    Was darüber ist wir mit 25 Prozent plus Soli plus Ki.-steuer abgezogen. Also fast 30 Prozent.

    Bei 1000 Euro Mehrzins über dem FSA wären dass schon mal Richtung 300 Euro.

    Da kann sich ja jeder ausrechnen, was der Staarssäckel illegal einnimmt, weil die Rentner nix in dieser Richtung schnallen. Zumindest ist das meine Erfahrung.

    Die deutsche sind in Geldangelegenheiten mangels aufgeklärt. Deshalb haben es auch die Bankster u.a. so leicht und verkaufen Bausparverträge mit einem Gutahebnszins mit 0,25 Prozent u.a. Produkte die sich für die Institute rechnen.

  • Aha, es geht also um Schuldzinsen, war mir nicht klar.

    In aller Kürze die allgemeinen Grundsätze:
    Wenn ETW vermietet: Abzug der Schuldzinsen als Werbungskosten im Rahmen der Einkünfte aus Vermietug und Verpachtung. Bei verbilligter Überlassung gilt ggf. ein nur anteiliger Abzug als Werbungskosten.
    Wenn ETW selbstgenutzt oder unentgeltlich überlassen: kein steuerlicher Abzug, da keine Einnahmen.

  • Unterstellen wir, dass eine Eigentumswohnung zu 100 % auf Kredit finanziert erworben wurde.

  • ELSTER-PROGRAMM noch immer Fehlerhaft.
    Leider funktioniert die Steuerberechnung als Service der Finanzverwaltung immer noch nicht, wenn die Anlage KAP eingereicht werden muss. Aus meiner Sicht eine Armutserklärung. Auf Nachfrage hin gibt es weder einen Termin noch Pläne das in Ordnung zu bringen. Aber es gibt einen lapidaren Hinweis, dass man die Erklärung ja auch ohne Berechnung einreichen kann. In den Niederlanden hat die Finanzverwaltung zumindest den Anspruch es nicht "Schöner, aber doch Einfacher" machen zu können.

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