Steuererklärung
Die Tücken der Elster

Die elektronische Steuererklärung Elster ist praktisch, aber sie birgt Risiken. Experten empfehlen Vorsichtsmaßnahmen.
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DÜSSELDORF. Die riesigen Briefkästen sind Relikte aus vergangenen Zeiten. Auf den Eingangstüren zum unscheinbar grauen Zweckbau des Finanzamts Düsseldorf Süd und Mitte in der Kruppstraße 110 bis 112 kleben ausgedruckte DIN-A4-Blätter und weisen den Weg zu den Großbriefkästen, die sich schon lange kaum noch füllen. Früher warfen viele Steuerzahler hier ihre Jahreserklärungen ein, aber heute, heißt es in der Geschäftsstelle des Amts, ist das Papieraufkommen gewaltig gesunken. Immer mehr Kunden nutzen lieber die elektronische Steuererklärung, kurz Elster.

Der Trend gilt bundesweit. Mehr als 4,6 Millionen Deutsche erledigten 2006 ihre Einkommensteuererklärung am Computer und gaben sie elektronisch ab. Das ist nicht nur bequem, es hat auch einen finanziellen Vorteil für alle, die auf eine Erstattung hoffen: Die Elster-Erklärungen werden von den Finanzämtern bevorzugt bearbeitet. Was aber die wenigsten wissen: Sie bergen auch Fallstricke. Es drohen finanzielle Nachteile, wenn es später zu einem Streit mit dem Finanzamt kommt. Und in Einzelfällen droht gar strafrechtlicher Ärger. Experten empfehlen daher einige Vorsichtsmaßnahmen.

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1999 startete Elster als Pilotprojekt. Zu Beginn mussten die Nutzer noch ihre komplette elektronische Steuererklärung ausdrucken und ans Finanzamt schicken - da tendierte der Vorteil der Prozedur gegen null. Seit dem vergangenen Jahr aber lässt sich die Steuererklärung komplett online erledigen. Wer seine Elster-Erklärung mit einer digitalen Signatur unterzeichnet, kann aufs Papier völlig verzichten. Für so eine Signatur muss der Nutzer nur auf den Internet-Seiten des Finanzamts ein digitales Zertifikat herunterladen. Damit kann die Finanzverwaltung feststellen, von wem die elektronische Steuererklärung stammt.

Die Eingabe der Steuerdaten am heimischen PC geht schnell. Spezielle Steuersoftware-Programme prüfen, ob die Angaben plausibel sind. Sowohl die kommerziellen Programme, die ebenfalls das Elster-Formular für die Datenübermittlung nutzen, als auch das separate kostenlose Eingabe-Programm der Finanzämter bieten diesen Service. Nur bestimmte, gesetzlich vorgeschriebene Belege müssen Steuerzahler weiterhin ans Finanzamt schicken. Dazu gehören Spendenbescheinigungen - Belege für Arbeitsmittel oder sonstige Werbungskosten aber nicht mehr.

"Elektronische Steuererklärungen ersparen nicht nur den Bürgern, sondern auch den Finanzämtern viel Arbeit", sagt der brandenburgische Finanzminister Rainer Speer. Als Anreiz werden die elektronischen Erklärungen bevorzugt bearbeitet. In der Regel soll der Steuerbescheid dann schon binnen vier Wochen vorliegen. Oft geht es noch schneller. "Das ist fair", findet Speer.

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