Steuererklärung
Fiskus akzeptiert Freibetrag für Arbeitszimmer

Lehrer und vergleichbare Berufsgruppen können ihr Arbeitszimmer vorerst wieder steuerlich geltend machen und damit sofort ihre Steuerlast senken. Einem entsprechenden Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) leistet die Bundesregierung jetzt Folge. Ist das Bundesverfassungsgericht anderer Meinung als der Finanzhof drohen Anlegern allerdings Nachzahlungen.
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HB BERLIN. Finanzämter müssen es zunächst akzeptieren, wenn die voraussichtlichen Kosten für das heimische Büro von maximal 1 250 Euro als Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden. Das geht aus einer am Dienstag verschickten Anweisung des Bundesfinanzministeriums an die Ämter hervor. Betroffene Arbeitnehmer hätten bei Anträgen dann sofort mehr Geld in der Tasche. Sie tragen aber auch das Risiko einer Nachzahlung.

Damit reagiert das Finanzministerium auf eine Entscheidung des Bundesfinanzhofes (BFH). Die obersten Steuerrichter hatten einem Lehrer zunächst Recht gegeben, der sich den früheren Freibetrag auf seiner Lohnsteuerkarte eintragen lassen wollte. In dem Eilverfahren äußerte der BFH Zweifel an dem seit 2007 geltenden Verbot.

Die endgültige Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen und könnte letztlich beim Bundesverfassungsgericht liegen. Kippt Karlsruhe die Regel und entscheidet im Sinne der Steuerzahler, müssen die Finanzämter Steuern zurückzahlen. Wird hingegen der Beschluss der schwarz-roten Regierung bestätigt, müssten die gesparten Steuern verzinst nachgezahlt werden. Dies gilt nicht als unwahrscheinlich.

Dieses Vorgehen gab es bereits bei der zunächst abgeschafften Pendlerpauschale. Auch hier hatte der BFH Zweifel angemeldet und das Verfassungsgericht die umstrittene Neuregelung anschließend gekippt. Allerdings ist derselbe Ausgang beim heimischen Büro nicht sicher. Denn das Arbeitszimmer gilt als Teil der Privatwohnung. Daher könnte der Gesetzgeber durchaus zu Einschränkungen berechtigt sein.

Union und SPD hatten die Absetzbarkeit häuslicher Arbeitszimmer drastisch eingeschränkt. Arbeitnehmer und Selbständige können seither die Kosten nur noch dann geltend machen, wenn das heimische Büro den Mittelpunkt der betrieblichen und beruflichen Tätigkeit bildet. Bis 2006 konnten vor allem Lehrer, aber auch Handelsvertreter oder Vertriebsmitarbeiter bis zu 1 250 Euro pro Jahr von der Steuer absetzen, weil ihnen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Betroffene können auch Ausgaben für Miete, Strom, Heizung oder Möbel sammeln und in ihrer Einkommensteuererklärung angeben. Der Bescheid ist vorläufig. Bei Ablehnung des Werbungskostenabzugs seit 2007 müssen sie nicht gesondert Einspruch einlegen. Bereits seit April 2009 setzen die Finanzämter die Einkommensteuer wegen verfassungsrechtlicher Zweifel nur noch vorläufig fest. Die Fälle bleiben so lange offen, bis Karlsruhe endgültig entschieden hat.

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