Steuerflucht
Grenzenloser Zugriff der Beamten

Wenn Bürger in die Schweiz ziehen, gibt?s oft Ärger mit dem Finanzamt. Zwei Urteile des Finanzgerichts Baden-Württemberg zeigen jetzt, dass Beamte bisweilen gute Chancen haben, vermögende Steuerflüchtlinge doch noch zur Kasse zu bitten.

Im ersten Fall war ein Geschäftsführer mehrerer deutscher und eidgenössischer Gesellschaften im April 2001 ins Alpenland gezogen. Für das Umzugsjahr forderte er Steuerfreiheit in Deutschland, doch die Richter entschieden: Das sei nur möglich, wenn der Umzugsgrund ein neuer Job sei. Dagegen spreche, dass der Kläger schon seit einigen Jahren in der Schweiz arbeite und zudem peu à peu "Vermögensinteressen" dorthin verlagert habe. Für das strittige Jahr müsse er deshalb in Deutschland Steuern zahlen, wobei die Schweizer Abgaben anzurechnen seien (12 K 19/04).

Pech hatte auch ein millionenschwerer Schweiz-Emigrant, der in der letzten deutschen Steuererklärung 800 000 Euro Kapitaleinkünfte angab. Von dem Betrag hatte er hohe, beim Kauf von Anleihen gezahlte Stückzinsen abgezogen. Das brachte die Beamten auf die Palme: Er könne nicht hier Stückzinsen absetzen und die Zinsen später im Ausland versteuern. Die Richter sahen das genauso (2 K 145/05). Bessere Chancen auf Abgabenfreiheit haben Bürger, die in ein Steuerparadies ziehen und hierzulande noch Werbeeinnahmen kassieren. Das zeigt ein aktuelles BFH-Urteil im Fall des Rennfahrers Heinz-Harald Frentzen.

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