Steuerhinterziehung
Die geheimen Verstecke der Geldschmuggler

Das Strafverfahren gegen Uli Hoeneß hat eine Lawine an Selbstanzeigen ausgelöst. Andere deutsche Steuerflüchtlinge lösen in Panik ihre Konten in der Schweiz auf. Wie Steuerflüchtlinge ihr Geld über die Grenze schaffen.
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An der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz herrscht derzeit ein reger Handel. Während die Schweizer gerne die für sie günstigen Lebensmittel aus Deutschland in ihr Land bringen, lösen viele Deutsche derzeit in der Eidgenossenschaft ihre Schwarzgeldkonten auf. Zöllner auf beiden Seiten des Rheins haben alle Hände voll zu tun.

Deutsche Steuerhinterzieher kommen dabei auf skurrile Ideen. „Wir hatten einen 72 Jahre alten Mann, der ein Damen-Korsett anhatte, in dem 150.000 Euro steckten”, sagt Markus Ückert, Sprecher des Hauptzollamts in Lörrach. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt: „In einem anderen Fall trug ein Mann zwei Paar Windeln gegen Inkontinenz, zwischen denen fast 140.000 Euro steckten.”

Die Zollbehörden an der Grenze zur Schweiz haben im vergangenen Jahr zwanzig Millionen Euro an nicht deklariertem Geld gefunden. In Lindau, wo Beamte schon einmal einen Mann mit 25.000 Euro ertappten, die in einem Lebkuchenhaus verborgen waren, entdeckten die Zöllner im vergangenen Jahr insgesamt zwei Millionen Euro. Beträge über 10.000 Euro müssen dem deutschen Zoll angegeben werden.

Wegen des internationalen Drucks auf Schweizer Banken drängt die Regierung die Institute, keine unversteuerten Vermögen mehr zu verwalten. Prominente Fälle, wie die Steueraffäre des Präsidenten von Bayern München, Uli Hoeneß, und der Ankauf von Kundendaten durch deutsche Behörden versetzen nach Angaben der Zollbeamten die Steuerflüchtlinge in Aufruhr.

Nicht alle Geldschmuggler sind allerdings so einfallsreich: „Ein Rentnerpaar hatte die Scheine in den Schuhen versteckt und wir hatten den Fall, dass Geld mithilfe der Autobatterie versteckt wurde”, sagt Sprecher Harald Gabele vom Hauptzollamt Singen. „Regelmäßig gibt es Leute, die einen verborgenen Geldgürtel tragen oder es in der Unterwäsche verstecken.”

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  • @FrankC:

    Da gehört sie auch hin. Und meine Stimme für die AfD wird ihr Gesellschaft leisten.

    Ich habe nichts zu verstecken und auch keine Millionen in der Schweiz, aber ich habe diesen Schnüffelstaat satt, in dem man ein paar Sozialstunden bekommt, wenn man Einbrüche begeht aber brutal verfolgt wird, wenn man nur versucht sein hart erarbeitetes Geld in Sicherheit zu bringen

  • Bei Ihren Schrauben sollten Sie aber nicht vergessen, dass auch "Geldspürhunde" eingesetzt werden, die nach Geldscheinen suchen. Legen Sie also sicherheitshalber noch eine Mettwurst in den Werkzeugkoffer.

  • Ich habe noch nie schwarzes Geld gesehen. Und sogenenntes Geld aus Verbrechen... das ist doch nur der Beweis, dass unsere Polizei total ineffizient ist. Unsere Politiker auch. Geld aus der organisierten Kriminalität stammt aus Menschenhandel, Drogenhandel und Waffenhandel. Menschenhandel ist vorwiegend die Beschaffung von Frauen und kindern für die Zwangsprostitution. Die lässt sich leicht beenden. Freier werden bestraft und öffentlich gebrandmarkt. Prostituierte werden zentral gemeldet. Ist eine P. nicht gemeldet wird sie für xWochen aus dem Verkehr gezogen. Wer mit Drogen dealt geht langfristig in den Knast und wer mit Waffen handelt ebenfalls. Das alles grenzüberschreitend. Für schwere Fälle kann man ja auch mal eine Drohne einsetzen.

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