Steuerhinterziehung Fahnder spionieren im Internet

Wer etwas auf Ebay verkauft, kann schnell ins Visier der Steuerfahnder geraten. Genau wie Geldanleger, die von Sammelanfragen des Fiskus betroffen sind. Wem Strafverfahren, Hausdurchsuchung und Nachzahlungen drohen.
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Fahndermarke: Wer seine Internetgeschäfte nicht rechtmäßig versteuert, muss mit Konsequenzen rechnen. Quelle: dpa

Fahndermarke: Wer seine Internetgeschäfte nicht rechtmäßig versteuert, muss mit Konsequenzen rechnen.

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Handtrecker, Hutständer oder Champagnerkühler – es gibt nichts, was es nicht gibt beim Online-Auktionshaus Ebay. Die Freude über gute Umsätze dürfte bei einigen Verkäufern aber nicht lange vorhalten. Denn neuerdings nehmen Steuerfahnder die Auktionslisten unter die Lupe.

Die agilen Staatsdiener machen Jagd auf nicht deklarierte Ebay-Versteigerungen. „Je nach Fall drohen Steuerstrafverfahren, die neben der eigentlichen Steuernachzahlung auch Zinsen und Geldstrafe nach sich ziehen können“, erklärt Stefan Arndt, Steuerberater und Fachanwalt für Steuerrecht in Köln. Betroffen sind ahnungslose Verkäufer, die ihre Sachen im Internet anbieten. Zumindest dann, wenn sie mit ihren Geschäften üppige Gewinne machen. Oder machen wollen.

Denn Privatpersonen, die nachhaltig und mit Gewinnerzielungsabsicht Internethandel auf Handelsforen betreiben, erzielen Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb. „Dieser Gewerbebetrieb ist anzumelden“, erklärt Thomas Eigenthaler, Bundesvorsitzender der Deutschen Steuer-Gewerkschaft. Es werden Einkommensteuer und oft auch Umsatzsteuer samt Gewerbesteuer fällig. Eigenthaler beschreibt: „Aus Privatpersonen werden in solchen Fällen dann Unternehmer. Und die müssen dem Finanzamt dann sogar eine Gewinnermittlung vorlegen“.

Doch das macht nicht jeder. Egal ob, er es nicht weiß, nicht wissen will oder „vergisst“, keine Ausrede hilft. „Das Offensichtliche wird oft verdrängt. Besser wäre es, wenn Betroffene ihre Situation abklären. Denn sonst wird die mögliche Steuerpflicht zum Verhängnis“, warnt Arndt.

Die Steuerfahndung hat diese „vergesslichen“ Internet-Verkäufer längst im Visier. „Es wird in Zukunft sicherlich zu verstärkten Stichproben der Fahnder kommen. Vor allem, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass jemand in großem Stil Handel betreibt, ohne Steuern zu bezahlen“, sagt Eigenthaler. Er geht davon aus, dass vor allem Ebay im Fokus stehen wird.

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21 Kommentare zu "Steuerhinterziehung: Fahnder spionieren im Internet"

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  • PROGRAMM-HINWEIS

    Sorry an alle, ich drängle mich mal in der Kommentarschlange rüde vor, wegen eines Programm-Hinweises bzgl des Themas Überwachungsstaats:

    Heute, Sonntag 11.8. kommt auf Tele5 ein Spielfilm von 1984 mit dem Titel "1984" - die Orwell-Verfilmung.

    Empfehlenswert auf jeden Fall für jeden, der das Buch noch nicht gelesen hat oder prinzipiell lesefaul ist (ob der Film gut ist, weiß ich nicht).

  • So langsam wird es lächerlich.
    Ich nehme an, das HB hat eine kompetente ? juristische Abteilung. Sie sollten sich ganz allmählich mit der Frage "Staatssimulation BRD" auseinander setzen. Dann könnten sie sich solche Artikel sparen und - wirklich wichtig - sich mit Entwürfen für die nachfolgende Neuordnung beschäftigen.

    Mollath ist frei und im übrigen bin ich der Meinung, dass die Morde von Winnenden/Wendlingen am 11.3.2009 aufgeklärt werden sollten.

  • Die spinnen beim Finanzamt! Einerseits ist Hartz4 voll restriktiv mit willkürlichem Zusammenstreichen durch den BetreuerIn. Andererseits wird hier noch jeder, der eine Haushaltsauflösung über Ebay macht noch gleich zum Straftäter gemacht! DDR2 ist krank und gehört BRDigt.

  • Aus der Stuttgarter-Zeitung
    In Baden-Württemberg machen die Pensionsverpflichtungen samt der Beihilfe im Landeshaushalt mehr als vier Milliarden Euro im Jahr aus. „Dieser Betrag wird sich in gut zehn Jahren verdoppeln, weil die Zahl der Pensionäre stark steigt“, erklärte Landeschef Wilfried Krahwinkel. Er sprach von dem „explosivsten Sprengsatz im Landeshaushalt“, weil für die Pensionen nicht genügend Rückstellungen gebildet worden seien. „Deswegen müssen in dem Bereich dringend Einsparungen erfolgen.“

    Von 2020 an dürfen die Länder keine neuen Schulden mehr aufnehmen. Die grün-rote Landesregierung ringt um Einsparmöglichkeiten: Um die Schuldenbremse einhalten zu können, müssen jährlich 2,5 Milliarden Euro dauerhaft eingespart werden. Bereits beschlossene Sparmaßnahmen wirken sich im Jahr 2020 mit rund 860 Millionen Euro aus, im Herbst sollen weitere festgezurrt werden.

    Das Verhältnis zwischen der grün-roten Landesregierung und dem Beamtenbund ist angespannt, weil die Landesregierung den Staatsdienern nur zeitlich versetzt Besoldungserhöhungen gewährt. Die Personalkosten machen 43 Prozent der Ausgaben im Landeshaushalt aus. „Da wird jeder vernünftige Mensch einsehen, dass man den Haushalt nicht am Personalkörper vorbei sanieren kann“, sagte Kretschmann.

    Als „schwer nachvollziehbar“ bezeichnete der Regierungschef die Argumentation des Beamtenbundes, die Staatsdiener würden von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt. Er zog einen Vergleich der Pensionen mit den Renten: „Da läuft etwas auseinander. Schauen Sie sich die winzigen Rentenerhöhungen an. Die Beamten sind von diesem Problemdruck befreit.“ Die Pensionäre profitierten voll von dem Einkommensplus in Höhe von 5,6 Prozent in zwei Jahren.

    Mehr Steuern?

    Stich forderte die Landesregierung hingegen auf, zur Sanierung des Landeshaushaltes mehr Steuern einzutreiben - dazu müsse die Steuerverwaltung personell stärker werden.

  • Wir zahlen doch öfter Steuern auf Steuern. Z.B. bei der Sektsteuer. Erst Sektsteuer und dann noch MwSt. drauf. Bei Erbschaften wurde auch schon versteuert und gewisse politische Kreise wollen die Vermögenssteuer wieder einführen. Dabei wurde dort ebenfalls alles bereits versteuert.

    Ein Staat, der pleite ist, schlägt und beißt um sich und versucht von jedem noch etwas abzupressen. Das zieht das Ende dann etwas hinaus.

    Lesen Sie auch heute MMnews dazu:
    http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/14289-eurozone-wann-explodiert-die-banken-bombe

    Wir werden alle für die Zockerei der Banken in Haftung genommen!

  • "„Daraus ergibt sich, dass Portale wie beispielsweise Ebay verpflichtet sind, Auskunft zu geben“, erklärt Eigenthaler." Gesetzlich legitimierte Erpressung. Kommt das nur mir historisch irgendwie bekannt vor???

    Fragt sich nur wenn der Staat kein Geld mehr abpressen kann, was er dann wieder mit den Menschen macht? Arbeitssklaven? Seife?

  • Es ist nicht verwunderlich daß der Staat auch hier wieder absahnen will.Bei Versteigerungen kommen Waren zum Verkauf die bereits versteuert wurden.Mit welchem Recht versucht der korrupte Staat mehrfach Steuer abzuschöpfen?Wenn ich Steuer "Mehrwertsteuer"(man beachte die schöne Wortwahl)bezahlte,mache ich mit der Ware was ich will.Da komme mal ein Steuerfahnder-daß wird nicht gemütlich!Wie lange lassen wir Bürger uns dieses Gebahren bieten zum retten und bezahlen der EU-Schulden? Deshalb im September AfD wählen!

  • beitrag von der redaktion gelöscht...bitte bleiben sie sachlich.....????

    Wahr ist scheinbar nicht sachlich

  • Fassen wir den Artikel zusammen: damit der "Staat" das leicht mitbekommt müssen a) eine der bekannten Internet-Plattformen verwendet werden und b) die Zahlungen über ein (hiesiges) Konto laufen.
    Danke. Umfrage: haben wir einen demokratischen Staat oder eine GmbH zur Verwaltung der Kriegsbeute des 2. Weltkriegs?

  • Steuereintreibung in eigener Sache. Die milliardenteuren Wohltaten des Beamtenstaates müssen bedient werden. Das ist die einzige Motivation dieser Herren Steuereintreiber und ihrer Vorgesetzten, die Politiker. Beispiel: Pflegebedürftige Beamte haben keinerlei finanzielle Risiken zu befürchten, ebenso deren Kinder. Sie müssen nicht für pflegebedürftige Eltern (Pensionäre!) aufkommen. Man vergleiche dazu die Situation eines pflegebedürftigen Rentners. Hier müssen die Kinder finanziell bluten, sofern der Rentner seine Pflege nicht selbst bezahlen kann.

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