Steuerhinterziehung
Unruhige Nächte für Steuerberater

Ein Ende der aktuellen Steuerrazzien ist nicht in Sicht. Doch die Äffäre sorgt nicht nur bei Steuerhinterziehern für schlaflose Nächte. Auch mancher Berater steckt in der Klemme, wenn er von den verschwiegenen Einkünften seiner Mandanten erfährt. Wie Berater und Mandant ihr mitunter problematisches Verhältnis lösen können.

DÜSSELDORF. Die aktuelle Affäre um die Familienstiftungen in Liechtenstein treibt auch einigen Steuerberatern den Schweiß auf die Stirn. Immerhin führt gerade das Schwarzgeld auch in der Beziehung zwischen Berater und Mandant immer wieder zu gravierenden Einschnitten. Denn die Berater stecken unter Umständen in der Klemme: Sobald sie von den verschwiegenen Einkünften erfahren, müssen sie abwägen, ob das Mandat aus Gründen des Selbstschutzes niederzulegen ist. Ein Ausweg für die Steuerberater: die sofortige Selbstanzeige des Mandanten. Doch gerade die wird für den Steuerpflichtigen häufig teuer, manchmal sogar zu teuer.

Das Ende der aktuellen Steuerrazzien ist längst nicht in Sicht. Noch immer filzen die Fahnder Büros, Wohnhäuser und Banken. Nicht zuletzt wollen die Behörden mit diesen Aktionen auch den Druck auf andere Steuerhinterzieher erhöhen - und das wohl auch mit Erfolg. "Wer in den vergangenen Jahren ähnliche Konstruktionen wie die Familienstiftungen in Liechtenstein gewählt hat, wird in der aktuellen Situation sicher auch mal an eine Selbstanzeige denken müssen", sagt Jesco Idler, Steuerberater bei Flick, Gocke, Schaumburg in Bonn.

Doch genau an diesem Punkt beginnt nicht nur der Steuerpflichtige, über seine weitere Zukunft nachzudenken. Auch das über Jahre aufgebaute Vertrauensverhältnis zwischen Mandant und Berater droht dann zu kippen.

Das Problem zwischen den beiden Parteien: "Die meisten Berater wissen über die Steuerhinterziehung ihrer Mandanten nicht Bescheid", sagt Volker Schuka, Steuerberater und Partner der unter anderem auf Steuerstrafsachen spezialisierten Kanzlei Pietsch Schuka Blenkers & Partner in Düsseldorf. Immerhin ist das Risiko für die Steuerexperten enorm: "Wer über die illegalen Machenschaften informiert ist, aber weiterhin wissentlich falsche Steuererklärungen erstellt, macht sich ebenfalls strafbar", sagt Steuerberater Idler. Neben möglichen Strafen kann dann auch ein Berufsverbot drohen.

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