Steuerliche Berücksichtigung erschwert
Wie der Fiskus das Arbeitszimmer stutzt

Vorgeblich "zur dauerhaften Sanierung der öffentlichen Haushalte" wurde die steuerliche Berücksichtigung des ehemals beliebten häuslichen Arbeitszimmers nochmals drastisch eingeschränkt. Bis auf wenige Ausnahmen hat der Gesetzgeber den Betriebsausgaben- und Werbungskostenabzug selbst bei intensiver beruflicher Nutzung gestrichen. Doch in einigen Fällen müssen die Finanzämter ein Arbeitszimmer auch weiterhin akzeptieren.

Für die Mehrzahl der Heimarbeiter wird sich ihr häusliches Arbeitszimmer steuerlich kaum mehr rechnen. Denn grundsätzlich ist der eingeschränkte Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer als Betriebsausgaben oder Werbungskosten letztmalig im Veranlagungszeitraum 2006 erlaubt. Nur noch für dieses Jahr unterscheidet das Einkommensteuergesetz (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG) drei Fallgruppen:

- Bildet das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Betätigung, dürfen die darauf entfallenden Aufwendungen sowie dessen Ausstattungskosten unbegrenzt in voller Höhe abgezogen werden.

- Sofern das häusliche Arbeitszimmer zwar nicht den Mittelpunkt aller Tätigkeiten darstellt, dessen betriebliche oder berufliche Nutzung aber mehr als die Hälfte der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit beträgt oder dafür kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, wird der Steuerabzug auf 1 250 Euro begrenzt. Dieser Höchstbetrag darf in jedem Veranlagungszeitraum nur einmal in Anspruch genommen werden. Auch ein unterjähriger Wechsel des Arbeitszimmers oder die Herrichtung weiterer Räume für eine künftige Nutzung als häusliches Arbeitszimmer führt nach dem erst kürzlich veröffentlichten Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9. November 2005 (- VI R 19/04) nicht zu einer Verdopplung oder gar Vervielfachung des Höchstbetrags.

- Abzugsverbot sämtlicher Kosten in allen anderen Fällen.

Diese Regelungen gelten nicht nur für Gewerbetreibende, Freiberufler und Arbeitnehmer, sondern für sämtliche Einkunftsarten, also auch für die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Kapitaleinkünfte und private Veräußerungsgeschäfte.

Seite 1:

Wie der Fiskus das Arbeitszimmer stutzt

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%