Steuern
Geld im Ausland

Lohnt es sich, Ersparnisse jenseits der Grenze zu lassen, wenn hier die Steuer sinkt? Wenn nicht, wie holt man es zurück und was erfährt der Fiskus? Zwar macht die Abgeltungsteuer Deutschland nicht zur Steueroase. Doch es gibt gewichtige Nachteile fern der Heimat.

Steigende Zinssteuer

Wer nicht vor Ort wohnt, den lassen auch Steueroasen bald heftiger zur Ader. Die EU-Zinssteuer steigt bis 2011 von derzeit 15 auf 35 Prozent. Banken in den EU-Ländern Luxemburg, Österreich und Belgien ziehen dann von jedem Euro Zinsen direkt 35 Cent ab - hier sollen es samt Soli nur 26,4 Cent sein. Der Geldtransport über die nächste Grenze macht wenig Sinn: Auch Klassikern wie der Schweiz, Liechtenstein oder Andorra hat die EU die Steuer aufgezwängt. Mit Ländern wie Dubai oder Singapur will Steuerkommissar Laszlo Kovacs über eine Quellensteuer für Europäer verhandeln.

Zwar können Zinsanleger die Abgabe sparen, indem sie auf Aktien oder Zertifikate setzen. Doch damit steigt häufig das Anlagerisiko - und auch von Aktiendividenden geht in Oasendepots eine Quellensteuer ab. Maßgeblich dafür ist nicht der Ort des Anlegerdepots, sondern der Sitz des Unternehmens. "Der Schweizer Quellensteuersatz etwa liegt bei 35 Prozent", sagt Steuerberater Idler.

Wer dem Fiskus ausländische Kapitaleinkünfte verschwiegen hat, sollte wissen: Es gibt keine Möglichkeit, Schwarzgeld risikolos hierher zurückzuschleusen. Und eine Selbstanzeige kommt deutlich teurer als während der bis März 2005 offerierten Steueramnestie. Denn jetzt richtet sich die zu leistende Nachzahlung nach dem persönlichen Steuersatz des Sünders im Jahr der verheimlichten Einkünfte, bei Gutverdienern also meist mehr als 40 Prozent - plus Hinterziehungszinsen von sechs Prozent im Jahr. "Die Abgeltungsteuer wird wohl nicht dazu führen, dass viel Geld nach Deutschland zurückfließt", glaubt Peter Lüdemann, Experte für internationales Steuerrecht bei der Kanzlei Ecovis in München. Schätzungen zufolge schlummern rund 350 Milliarden Euro Schwarzgeld im Ausland.

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