Steuern
Oasen für Anleger

Welche Steueroasen Anleger mit niedrigen Abzügen auf Kapitaleinkünfte locken.

Wer sein Erspartes ins Ausland bringt, zahlt meist eine Quellensteuer. Bei Zinsen ist das oft die EU-Zinssteuer von derzeit 15 Prozent, die etwa in Luxemburg, Österreich und der Schweiz erhoben wird. Die Quellensteuer bei Dividenden schwankt dagegen. Denn deren Höhe hängt davon ab, wo das Unternehmen seinen Sitz hat - wo das Depot des Anlegers liegt, ist egal.

Wenn Anleger in Deutschland wohnen, sind sie hier steuerpflichtig und müssen auch ausländische Kapitaleinkünfte dem Finanzamt melden - sonst hinterziehen sie Steuern. Gerade bei Anlagen in EU-Ländern ist das hochgefährlich, weil deren Banken den deutschen Fiskus über Gewinne deutscher Kunden informieren. Ausnahmen sind Luxemburg, Österreich und Belgien, wo stattdessen die anonyme Zinssteuer eingezogen wird. Legal von günstigen Konditionen profitieren Steuerzahler nur, wenn sie Deutschland "mit Sack und Pack verlassen", sagt Ecovis-Experte Peter Lüdemann.

Einige Nachbarländer werben intensiv um gut situierte Einwanderer:

Luxemburg

Der Kleinstaat will die Einwohnerzahl von 430 000 auf 700 000 erhöhen und vor allem gut Betuchte anlocken. 2006 schaffte die Regierung die Vermögensteuer ab und senkte den Steuersatz für Zinsen auf zehn Prozent. "Seitdem ist das Interesse von Deutschen deutlich gestiegen", berichtet Frank Endres von der Dresdner Bank in Luxemburg. Das Land biete ein "migrationsfreundliches Klima".

Schweiz

Für Zinsen und Dividenden gibt es keine Abgeltungsteuer, stattdessen summieren sich wie bei anderen Einkünften die Steuern von Bund, Kanton und Gemeinde. "Die Steuerbelastungen in der Schweiz weichen stark voneinander ab", sagt Thomas Gehrig, Geschäftsführer der Züricher Beratungsfirma Globogate. Im Kanton Schwyz liege sie bei maximal 19 Prozent. In Zürich oder Genf haben Deutsche dagegen kaum einen Steuervorteil.

Österreich

Zinsen und Dividenden werden pauschal mit 25 Prozent besteuert. Der entscheidende Vorteil: Damit ist die Erbschaftsteuer abgegolten. Und davon können sogar Erben profitieren, die in Deutschland wohnen.

Malta, Irland, England und Zypern

Die Länder haben für Neuankömmlinge ein Willkommensgeschenk: Sie gelten erst als "ansässig", wenn sie drei Jahre mehr als 183 Tage dort gelebt haben. Bis dahin profitieren sie vom "Remittance-Base-Prinzip". Das heißt: "Es sind nur Einkünfte steuerpflichtig, die ins Inland überwiesen werden", so Lüdemann. Fließen sie auf ein Konto im Ausland, ist das dem Fiskus der neuen Heimat egal. Der deutsche Fiskus hat keinen Zugriff, da der Steuerzahler nicht mehr hier lebt.

Doch Vorsicht: Wer den Umzug fingiert, lebt riskant. Lüdemann: "Finanzbeamte prüfen genau, ob jemand wirklich weggezogen ist. Das unterschätzen viele." Auch Gehrig warnt: "Ein steuerliches Versteckspiel ist hochgefährlich." Finden Fahnder heraus, dass angebliche Umzügler mehr als 183 Tage pro Jahr im Lande sind, schicken sie die deutsche Steuerforderung. So erging es einst Boris Becker, der trotz einer Wohnung in Monaco meist in München weilte.

» Weiter - Wichtige Details: Die Kröten der Abgeltungssteuer

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%