Steuern runter, Gehalt rauf: Steuervorteile für Zocker und Arbeitnehmer

Steuern runter, Gehalt rauf
Steuervorteile für Zocker und Arbeitnehmer

Aktuelle Urteile bieten neue Möglichkeiten zum Steuersparen. Das gilt etwa für bestimmte Aktienoptionen. Doch auch von Zuschüssen des Arbeitgebers können Steuerzahler profitieren.

Frankfurt am MainMit Aktien- und Indexoptionen zu handeln, ist riskant. Aber dank mehrerer Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) fallen Anleger, die bei solchen Produkten daneben gegriffen haben, jetzt nicht mehr ganz so hart. Die obersten Finanzrichter haben nämlich entschieden, dass die Verluste aus dem Verfall von wertlos gewordenen Optionen steuerlich anerkannt werden müssen (Az.: IX R 48/14, IX R 49/14 und IX R 50/14).

Wer eine Option zum Kauf von Aktien erwirbt, erhält damit das Recht, die Papiere innerhalb einer bestimmten Laufzeit zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Das Kalkül hinter solch einem Termingeschäft: Der Anleger sichert sich das Recht eine Aktie beispielsweise zum Preis von 20 Euro je Stück zu kaufen, dann wartet er und macht von seinem Kaufrecht Gebrauch, sobald sich die Papiere über den vereinbarten Wert verteuert haben.

Bei den Anlegern, die sich nun vor dem BFH einfanden, ist diese Wette nicht aufgegangen. Die Aktienkurse stiegen nicht, sondern brachen ein. Durch diesen Kursverfall wurden die Optionen wertlos. Die Anleger ließen sie deshalb bei Fälligkeit verfallen und erlitten somit einen Verlust. Wäre es nach dem Bundesfinanzministeriums (BMF) gegangen, würden sie darauf sitzenbleiben. Denn das BMF hatte zuvor in mehreren Schreiben deutlich gemacht, dass die Anschaffungskosten beim Verfall einer Kaufoption ohne Bedeutung seien.

Dieser Meinung widersprach der BFH und begründet: „Die vergeblich für den Erwerb von Optionen aufgewandten Anschaffungskosten sind Aufwendungen, die im unmittelbaren sachlichen Zusammenhang mit dem Termingeschäft stehen und deshalb bei der Ermittlung des Gewinns (oder Verlusts) abzuziehen sind.“ Anleger können solche Verluste also tatsächlich in der Steuererklärung geltend machen.

Doch der Fiskus kommt nicht nur erfolglosen Anlegern entgegen. Auch Arbeitnehmern greift er unter die Arme: Bestimmte Zuschüsse des Chefs müssen sie nicht wie ihres restliches Gehalt versteuern, sondern zahlen darauf entweder gar keine Steuern oder zumindest deutlich weniger. Auch die Sozialabgaben entfallen bei solchen Extraleistungen häufig.

Wie genau sich solche Essenszuschüsse, Warengutscheine oder Zuschüsse zu den Kindergartenkosten auf dem Gehaltszettel bemerkbar machen, kann mit dem Gehaltsoptimierer berechnet werden. Das Tool weist eine detaillierte Rechnung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber aus.

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