Steuern und Bewirtung
Beim Wein ist das Finanzamt ganz nüchtern

Kaffee und Kekse zählen bei einer Besprechung als kleine Aufmerksamkeit – und können steuerlich komplett als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Wird Alkohol ausgeschenkt, ist der Fiskus nicht so großzügig.

MünsterEssen und Trinken: Eigentlich ist das Privatsache, findet das Finanzamt. Dass ein neuer Kunde besser bei einem Restaurant-Besuch vom Konzept überzeugt wird oder dass manche Geschäftsbeziehung mit einer leckeren Bewirtung aufgefrischt werden kann, sieht aber auch die Steuerbehörde ein. Aus diesem Grund können Bewirtungen aus geschäftlichem Anlass zu 70 Prozent steuerlich geltend gemacht werden.

Allerdings müssen Sie dafür strenge Formvorschriften einhalten, die im Einkommensteuergesetz festgelegt sind. Dort heißt es wörtlich: „Zum Nachweis der Höhe und der betrieblichen Veranlassung der Aufwendungen hat der Steuerpflichtige schriftlich die folgenden Angaben zu machen: Ort, Tag, Teilnehmer und Anlass der Bewirtung sowie Höhe der Aufwendungen.

Hat die Bewirtung in einer Gaststätte stattgefunden, so genügen Angaben zu dem Anlass und den Teilnehmern der Bewirtung; die Rechnung über die Bewirtung ist beizufügen.“ Als Gastgeber benötigen Sie einen maschinell erstellten und registrierten Rechnungsbeleg einer Registrierkasse. Mit Ihrer Unterschrift bestätigen Sie die Richtigkeit Ihrer Angaben.

Aber Bewirtung ist nicht gleich Bewirtung: Wenn Sie beispielsweise bei einer Besprechung in der Firma Gebäck und Getränke anbieten, ist das steuerlich betrachtet eine Aufmerksamkeit. Und die Kosten dafür lassen sich zu 100 Prozent als Betriebsausgaben abziehen.

Bislang galt: Es kommt nicht so sehr auf die Höhe der Ausgaben für die Aufmerksamkeit an, sondern vor allem darauf, ob es sich um eine übliche Geste der Höflichkeit handelt. Dazu zählen beispielsweise warme und kalte Getränke sowie Gebäck, Kuchen oder belegte Brötchen. Auch ein Glas Sekt, mit dem die Geschäftspartner auf einen erfolgreichen Geschäftsabschluss anstoßen, stufte die Finanzverwaltung bisher als Aufmerksamkeit an.

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Finanzgericht weicht von Rechtsprechung ab

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