Steuern und Leistungen 2007
Fiskus langt 2007 ordentlich zu

Um es kurz zu sagen: Den Steuerzahlern wird vor allem durch die höhere Mehrwertsteuer 2007 tief in die Tasche gegriffen. Doch netto könnte für viele Arbeitnehmer am Schluss mehr Geld herumkommen, weil ihnen auch einige Entlastungen zu Gute kommen.

HB BERLIN. Folgende neue Regeln gelten im neuen Jahr:

MEHRWERTSTEUER: Der allgemeine Mehrwertsteuersatz steigt von 16 auf 19 Prozent. Die Anhebung wird vom Nettopreis berechnet - bezogen auf die Ladenpreise beträgt die mögliche rechnerische Preissteigerung 2,59 Prozent, vorausgesetzt, die höhere Mehrwertsteuer wird voll an den Endverbraucher weitergegeben. Zudem bleibt es beim reduzierten Satz von sieben Prozent etwa für fast alle Lebensmittel, Leitungswasser, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, Blumen, Tierfutter und Fahrkarten im Öffentlichen Nahverkehr. Es gibt auch weiterhin Güter und Dienstleistungen, für die überhaupt keine Mehrwertsteuer fällig wird - etwa für Mieten (ohne Nebenkosten) oder Arzthonorare.

VERSICHERUNGSSTEUER: Die Versicherungssteuer klettert von 16 auf 19 Prozent. Auch steigen Sondersteuern für verbundene Wohngebäude- und Hausratversicherungen, Feuerversicherungen, Seeschiffs- Kaskoversicherungen sowie Unfallversicherungen mit Prämienrückgewähr. Von der Steuererhöhung ausgenommen sind Lebens-, Renten- und Krankenversicherungen.

PENDLERPAUSCHALE: Pendler können Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte erst vom 21. Kilometer an steuerlich geltend machen. Um Härten zu vermeiden, gewährt der Fiskus Fernpendlern vom 21. Kilometer an 30 Cent pro Kilometer als Sonderausgabe, die wie Werbungskosten behandelt wird. Die neuen Regeln gelten auch für Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs. Bus- und Bahnfahrer erhalten von 2007 an nur noch die maximale Entfernungspauschale von 4500 Euro.

SPARERFREIBETRAG: Anleger müssen von ihren Kapitalerträgen mehr als bisher ans Finanzamt abführen. Der Sparerfreibetrag wird für Ledige auf 750 Euro pro Jahr und für Verheiratete auf 1500 Euro etwa halbiert. Zins- und Kapitalerträge, die darüber hinausgehen, müssen der Einkommensteuer unterworfen werden. Bei den derzeit niedrigen Zinsen muss aber schon recht viel auf der hohen Kante liegen, damit der Fiskus zum Zuge kommt. Bei höheren Zinsen sinkt die Grenze zur Steuerzahlung. Der Werbungskostenpauschbetrag von 51 Euro pro Person bleibt.

ARBEITSZIMMER: Ausgaben für das häusliche Arbeitszimmer werden nur noch dann vom Fiskus berücksichtigt, "wenn es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit bildet". So können etwa Lehrer kein Arbeitszimmer mehr geltend machen.

REICHENSTEUER: Für Topverdiener mit einem Jahreseinkommen von mehr als 250 000 Euro (Verheiratete: 500 000) soll der Spitzensteuersatz von 42 auf 45 Prozent steigen. Wegen verfassungsrechtlicher Risiken werden 2007 aber alle Gewinneinkünfte - sowohl von Selbstständigen als auch Freiberuflern - ausgenommen. 2008 sollen zusammen mit der Unternehmensteuerreform alle Spitzenverdiener einbezogen werden.

Seite 1:

Fiskus langt 2007 ordentlich zu

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%