Steuern und Recht
Krankenbesuche: Teure Pflicht

Krankenbesuche können nur in Ausnahmefällen als "außergewöhnliche Belastung" steuerlich geltend gemacht werden.

Der Sohn fuhr ein- bis zweimal pro Woche zu seinem behinderten und depressiven Vater, der 120 Kilometer entfernt lebte. Die Besuche bei dem 81-Jährigen wollte er als "außergewöhnliche Belastung" von der Steuer absetzen. Das Finanzamt verweigerte den Abzug: Verwandtenbesuche seien steuerlich irrelevant.

Der Bundesfinanzhof gab den Beamten grundsätzlich Recht (III R 27/02). Eine Ausnahme sei aber möglich, wenn der Steuerzahler zu den Besuchen gezwungen sei, etwa weil sich sonst der Zustand des Kranken verschlechtern würde. Dann seien diejenigen Besuche absetzbar, die über die familiäre Kontaktpflege hinausgingen und allein der Pflege oder der Leidenslinderung dienten.

Inwieweit das im Urteilsfall gegeben war, muss das Finanzgericht nun prüfen. Die Bundesfinanzrichter formulierten strenge Anforderungen an eine so genannte "sittliche Pflicht" zu häufigen Besuchen.

Quelle: Wirtschaftswoche

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