Steuerrecht Wenn der Hausverkauf den Kredit nicht tilgt

Das Haus ist verkauft, doch das Darlehen noch nicht abbezahlt. Können die weiterhin anfallenden Zinsen steuerlich geltend gemacht werden? Unter bestimmten Bedingungen, ja. Der Steuertipp der Woche.
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Eine Immobilie steht zum Verkauf. Auch nach der Veräußerung ist ein Schuldzinsabzug möglich. Quelle: dpa

Eine Immobilie steht zum Verkauf. Auch nach der Veräußerung ist ein Schuldzinsabzug möglich.

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Wer in Zeiten niedriger Zinsen in Immobilien investiert, könnte gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Nicht nur sind Immobilienkredite derzeit so günstig wie nie am Markt zu haben. Angesichts steigender Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsgebieten stehen die Chancen auch gut, Haus oder Wohnung lukrativ zu vermieten. Schließlich gewährt das Finanzamt dem Kreditgläubiger auch noch die Möglichkeit, die anfallenden Kreditzinsen in der Steuererklärung abzusetzen – bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung.

Doch was passiert, wenn der Gläubiger die Immobilie vorzeitig verkaufen will und das Darlehen zu dem Zeitpunkt noch nicht vollständig getilgt ist und der Gläubiger weiterhin Schuldzinsen an die Bank zahlen muss? Ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen stellt nun klar: Der Betroffenen kann die Zinsen auch in einem solchen Fall unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend machen (FG Niedersachsen, Urteil v. 30.8.2013, 11 K 31/13).

In dem Streitfall hatte das Finanzamt den Abzug der Zinsen für ein Hypothekendarlehen als Werbungskosten nicht anerkannt, weil die Zinszahlungen nach dem Verkauf des vermieteten Objekts angefallen waren. Das Finanzamt begründete seine Entscheidung damit, dass es keinen wirtschaftlichen Zusammenhang gebe zwischen den Schuldzinsen und den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. In diesem Falle seien die Zinsen vielmehr eine Gegenleistung für die Überlassung von Kapital, mit dem der Verkäufer aber keine Mieteinnahmen mehr erzielt.

Da die Immobilie zudem außerhalb der Spekulationsfrist von zehn Jahren veräußert worden sei, könnten die nachträglichen Schuldzinsen in der Steuererklärung auch nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung berücksichtigt werden.

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