Steuersparmodelle
Gute Argumente für Hausbesitzer

Wenn Hausbesitzer Verluste machen und diese steuermindernd von anderen Einkünften abziehen wollen, müssen sie mit kritischen Nachfragen von Finanzbeamten rechnen. Neue Urteile zeigen jetzt, worauf es dann ankommt.

In einem Fall kaufte ein Paar ein Haus, zog ins Erdgeschoss und vermietete die beiden anderen Wohnungen. Kurz darauf zog einer der Mieter aus, woraufhin die Wohnung zwei Jahre leer stand. Das Finanzamt kürzte den Steuervorteil: Die auf die leere Bleibe entfallenden Werbungskosten wie etwa Zinsausgaben seien steuerlich irrelevant, da keine Vermietungsabsicht vorliege.

Stimmt, sagte das Niedersächsische Finanzgericht (10 K 583/03). Die beiden hätten sich nicht ernsthaft um einen Mieter bemüht, es sei ihnen offenbar vor allem um den Steuervorteil gegangen. Dass sie kurzfristig an Messegäste vermieten wollten, sei unglaubwürdig, da sie keine entsprechende Annonce geschaltet hätten.

Mehr Glück hatte ein Paar, das einen Bauernhof zu einem Landhaus mit Ferienwohnungen umbaute. Das Finanzamt hatte die Anfangsverluste mit dem Argument aberkannt, die Wohnungen seien zu selten vermietet. Die niedersächsischen Finanzrichter waren anderer Ansicht: Es sei nicht erwiesen, dass die "ortsübliche Vermietungszeit" von Ferienwohnungen hier um mehr als 25 Prozent unterschritten worden sei. Trotz intensiver Recherchen hätten sie keine Vergleichsdaten gefunden, so die Richter. Somit gelte: Im Zweifel für die Steuersparer (14 K 92/05).

Ein kreatives Sparmodell ersann ein Arzt: Er gründete einen Verlag und verlegte nur die Bücher eines Bekannten. Das allein sei noch kein Grund, Verluste abzuerkennen, sagte der Bundesfinanzhof (X R 33/04). Das Finanzgericht muss jetzt prüfen, ob der Arzt vor der Verlagsgründung ein "schlüssiges Betriebskonzept" erstellt hat. Wie ein solches Konzept aussehen soll, sagten die Richter leider nicht.

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