Steuerstrategien
Umsatzsteuer – Zeit zu handeln

Die kritischen Stimmen zur anstehenden Umsatzsteuererhöhung wollen einfach nicht verstummen. Doch nicht nur im Regierungslager bleibt der kräftige Zuschlag beschlossene Sache. Auch die Finanzverwaltung hat sich auf den heiß ersehnten Geldsegen vorbereitet.

Die letzte Umsatzsteuererhöhung ist lange her und fiel vergleichsweise harmlos aus: Zuletzt wurde der allgemeine Umsatzsteuersatz zum 1. April 1998 um lediglich einen bescheidenen Prozentpunkt angehoben. Derartige Zimperlichkeiten gehören definitiv der Vergangenheit an, wurde doch just während des kollektiven Fußballtaumels der allgemeine Umsatzsteuersatz ab Beginn des nächsten Jahres durch das "Haushaltsbegleitgesetz 2006 (HBeglG 2006)" um satte drei Prozentpunkte auf nunmehr neunzehn Prozent angehoben.

Der anhaltenden Kritik begegnet die Bundesregierung trotz merklich gestiegener Steuereinnahmen mit erstaunlicher Gelassenheit und verweist gebetsmühlenartig auf ihre desolate Haushaltslage und die hohe Mehrwertsteuerbelastung in anderen europäischen Mitgliedstaaten. Ob die prognostizierten jährlichen Mehreinnahmen von rund zwanzig Milliarden Euro später tatsächlich fließen, mag indes getrost bezweifelt werden. Denn abgesehen vom befürchteten Konsumverzicht der privaten Haushalte bleiben zwei gute Gründe gegen die drastische Steueranhebung in der öffentlichen Diskussion erstaunlicherweise völlig außen vor: Umsatzsteuerbetrügereien durch Schwarzarbeit gewinnen ebenso wie Vorsteuererschleichungen durch die berüchtigten "Karussellgeschäfte" trotz verschärfter Sanktionsmöglichkeiten der Finanzbehörden deutlich an Attraktivität.

Nichtsdestotrotz erwartet selbst die Finanzverwaltung keine Abmilderung der befürchteten Konjunkturbremse. Zur Vorbereitung der Unternehmen hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) deshalb in seiner Verwaltungsvorschrift vom 11. August 2006 - IV A 5 - S 7210 - 23/06) einige wichtige Anwendungs- und Vereinfachungsregelungen zur anstehenden Umsatzsteuererhöhung zusammengestellt.

Leistungszeitpunkt entscheidet

Für die Anwendung des neuen Steuersatzes ist stets der Zeitpunkt der Ausführung des jeweiligen Umsatzes (Lieferung, sonstige Leistung, innergemeinschaftlicher Erwerb oder Einfuhr) maßgebend. Auf den Zeitpunkt der vertraglichen Vereinbarung, der Rechnungserteilung oder gar der Entgeltsvereinnahmung kommt es hingegen keinesfalls an. So unterliegen Werklieferungen oder Werkleistungen, auf die der allgemeine Steuersatz anzuwenden ist, insgesamt der höheren Umsatzsteuer, wenn sie erst nach dem 31. Dezember 2006 ausgeführt werden.

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