Steuerthema der Woche
Deadline für Börsenverluste ist Mitte Dezember

Kursverluste müssen dem Finanzamt bis Mitte Dezember gemeldet werden. Verpassen Anleger den festgelegten Termin, können sie die Verluste in diesem Jahr nicht geltend machen. Negative Kapitaleinnahmen werden automatisch mit positiven Erträgen wie Zinsen, Dividenden oder Gewinnen verrechnet.
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DÜSSELDORF. In der in wenigen Wochen anstehenden Einkommensteuererklärung für 2009 können realisierte Kursverluste nur erfolgreich dem Finanzamt deklariert werden, wenn die Verluste des laufenden Jahres spätestens am 15. Dezember unwiderruflich bei der Bank angefordert werden. Sofern Anleger diesen Termin versäumen, bucht das Kreditinstitut die nicht durch positive Kapitaleinnahmen ausgeglichenen Verluste ins Folgejahr und hält sie dort zur Verrechnung bereit.

Banken führen Verrechnungstöpfe

Negative Kapitaleinnahmen fließen in einen Verlustverrechnungstopf und werden automatisch mit positiven Erträgen wie Zinsen, Dividenden oder Gewinnen verrechnet. Der nicht ausgleichbare Verlust wird aufs Folgejahr vorgetragen. Aktienverluste dürfen hierbei nur mit Gewinnen aus Aktien oder Reits verrechnet werden. Wegen dieser Sonderregel führen die Banken für Aktien einen Verlustverrechnungstopf II.

Verlangt der Kunde von seiner Bank bis zum 15. Dezember, die an Silvester verbleibenden Verluste mit Aktien und den übrigen Anlagegeschäften zu bescheinigen, wird der jeweilige Minusbetrag vom Institut aus dem jeweiligen Verlustverrechnungstopf herausgenommen und der Saldo startet 2010 wieder bei Null. Der bescheinigte Verlust lässt sich über die Steuererklärung dazu nutzen, positive Kapitaleinnahmen über andere in- und ausländische Banken-, Versicherungseinnahmen oder Erstattungszinsen vom Finanzamt entsprechend zu mindern. Insoweit gibt es zuviel einbehaltene Abgeltungsteuer zurück.

Besonderheit bei Spekulationsgeschäften

Sofern Anleger einen noch nicht verbrauchten Spekulationsverlust aus dem Steuerbescheid 2008 aufweisen oder im laufenden Jahr einen Verlust mit vor 2009 gekauften Wertpapieren eingefahren haben, lassen sich beide Beträge weiterhin verwenden. Um dem Finanzamt die Kurserlöse 2009 nachzuweisen, muss der Anleger die von der Bank ausgestellte amtliche Steuerbescheinigung vorlegen. Dieser Beleg weist sowohl die Gewinne als auch die einbehaltene Abgeltungsteuer aus.

Wichtig ist, dass Verluste mit vor 2009 erworbenen Aktien, Fonds, Anleihen oder Optionsscheinen in der Anlage SO zur Steuererklärung 2009 aufgeführt werden müssen. Nur dann werden diese Spekulationsverluste noch bis einschließlich 2013 mit etwaigen Kursgewinnen verrechnet.

Der Autor, Oliver Holzinger, ist Steueranwalt und geschäftsführender Redakteur von "Der Betrieb".

Quelle: Pressebild
Oliver Holzinger
Der Betrieb / Chefredakteur

Kommentare zu " Steuerthema der Woche: Deadline für Börsenverluste ist Mitte Dezember"

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  • Was sollte bis Mitte Dezember (laut Überschrift) beim Finanzamt für einen beleg einreichen, wenn meine banken bis 31.12. erst die Verlustaufstellung machen?

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