Steuerthema der Woche
Mit der Altersvorsorge für 2010 noch Steuern sparen

Wer bis Silvester noch einen Rürup-Vertrag über Versicherung oder Fonds abschließt, kann kräftig Steuern sparen. Vor allem Unternehmer, Freiberufler und Rentner sollten sich informieren. Für jeden lohnt sich die private Basisrente allerdings nicht.
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DÜSSELDORF. Die Beiträge für die Rürup-Rente lassen sich pro Person mit bis zu 14 000 Euro als Sonderausgaben absetzen, bei Verheirateten ist es unabhängig vom Einzahlenden sogar der doppelte Betrag. Die Vorsorgeaufwendungen können dann jedes Jahr mit einem höheren Betrag abgesetzt werden, bis 2025 dann die Endstufe bei 20 000 Euro Sonderausgabenabzug pro Person erreicht ist.

Die private Basisrente lohnt sich steuerlich für Sparer, die keine oder nur geringe Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung oder berufsständische Versorgungseinrichtung einzahlen. Vor allem Unternehmer, Freiberufler und Rentner können ihr Einkommen deutlich mindern, wenn sie bis zum Jahresende noch eine Police abschließen. Weniger interessant ist diese Altersvorsorge hingegen für Arbeitnehmer, weil sie deutlich weniger als 14 000 Euro geltend machen können. Ihr Höchstbetrag bei den Sonderausgaben wird nämlich um den Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung gekürzt. Dies betrifft auch den Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH sowie das Vorstandsmitglied einer AG, wenn die Gesellschaft ihnen eine betriebliche Altersvorsorge zugesagt hat.

Ein Rürup-Vertrag darf nur eine monatliche lebenslange Rente vorsehen, die nicht vor dem 60. Geburtstag des Sparers ausbezahlt wird. Bis dahin lassen sich in der Ansparphase kräftig Steuern sparen, bei Gutverdienenden finanziert der Fiskus rund die Hälfte der Prämien. Einen Nachteil haben die Policen: Wer bis zum Start der Rentenzahlungen verstirbt, hinterlässt seinen Nachkommen nichts, weil das angesammelte Kapital der Versicherungsgemeinschaft zugutekommt. Zwar lässt sich für den Fall der Fälle eine Hinterbliebenenrente vereinbaren, was aber Prämien kostet. Die späteren Auszahlungen ab 60 müssen versteuert werden. Die Höhe hängt davon ab, in welchem Jahr die erste Rente fließt. Der Betrag wird erst ab 2040 komplett erfasst, in 2015 sind es nur 70 Prozent.

Neue formale Voraussetzungen

Für Beiträge ab 2010 lassen sich die Steuervorteile nur dann nutzen, wenn die Police vom Bundeszentralamt für Steuern als Altersvorsorgevertrag zertifiziert ist. Die Bonner Kontrollbehörde weist aktuell darauf hin, dass der Sonderausgabenabzug für 2010 nur gelingt, sofern der Anbieter den Antrag auf Zertifizierung bis spätestens Silvester stellt.

Ist diese Bedingung erfüllt, gelingt das Steuersparen selbst dann noch, wenn der Vertrag erst Ende 2010 abgeschlossen wird und die erste Prämie nach dem Jahreswechsel fließt. Zahlungen bis zum 10. Januar 2011 zählen nämlich noch fürs alte Jahr. Das liegt an einer gesetzlichen Sonderregelung, wonach kurz nach dem Jahreswechsel geleistete Versicherungsbeiträge als regelmäßig wiederkehrende Ausgaben in dem Steuerjahr als Minderungsposten zählen, zu dem sie wirtschaftlich gehören.

Oliver Holzinger ist Steueranwalt und Chefredakteur von "Der Betrieb", www.der-betrieb.de

Quelle: Pressebild
Oliver Holzinger
Der Betrieb / Chefredakteur

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