Steuerthema der Woche
Umsatzsteuerprivileg geht alle Freiberufler an

Das Urteil, dass eine Steuerberatungsgesellschaft in der Rechtsform einer GmbH nicht die Umsatzbesteuerung nach vereinnahmten Entgelten nutzen kann, die es für selbstständige Steuerberater gibt, tangiert generell alle Freiberufler.
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DÜSSELDORF. Der Bundesfinanzhof hat in der vergangenen Woche ein Urteil veröffentlicht, das beim flüchtigen Hinschauen zunächst einmal keine besonders brisanten Inhalte enthält (Az. V R 4/09, DB 2010 S. 2541). Entschieden wurde nämlich, dass eine Steuerberatungsgesellschaft in der Rechtsform einer GmbH nicht die Umsatzbesteuerung nach vereinnahmten Entgelten nutzen kann, die es für selbstständige Steuerberater gibt.

Doch beim genaueren Studium des Urteils geht dieser Tenor über die Ebene der GmbH hinaus und tangiert generell alle Freiberufler, die in einer Einzelkanzlei tätig sind oder sich zu einer Sozietät zusammengeschlossen haben. Sie dürfen das Umsatzsteuerprivileg ebenfalls nicht mehr anwenden, wenn sie freiwillig eine Buchführung erstellen.

Umsatzbesteuerung nach Entgelten

Die sogenannte Ist-Besteuerung wirkt sich bei Unternehmern schonend auf ihre Liquiditätslage aus. Denn sie müssen die Umsatzsteuer nicht bereits mit Ausführung ihrer Leistung, sondern erst bei Zahlung durch den Kunden ans Finanzamt abführen. Im Gegenzug dürfen sie die Vorsteuer aus den erhaltenen Rechnungen aber sofort als Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen, auch wenn sie erst Monate später den Lieferanten bezahlen. Im gesetzlichen Regelfall der Soll-Versteuerung haben Selbstständige die Umsatzsteuer hingegen sofort im Monat der Leistungserbringung zu entrichten, unabhängig vom Zahlungstermin durch den Abnehmer.

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    Ansonsten ist die EÜR, wie der Autor erwähnt, kostengünstiger u. einfacher als eine bilanzierung u. selbst f. Nicht-bWLer zu leisten.

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