Steuerthema der Woche
Was für den Abzug des Arbeitszimmers gilt

Das Bundesfinanzministerium hat sich in einem Anwendungserlass an die Finanzämter zur steuerlichen Behandlung von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer zu Verfahrensfragen geäußert.
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DüsseldorfIn dem Anwendungserlass des Ministeriums steht erstmals konkret, wie in der Praxis aufgrund der geänderten Rechtslage vorzugehen ist. Steht für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, sind die Aufwendungen bis zur Höhe von 1250 Euro pro Jahr als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar. Dabei handelt es sich nicht um einen Pausch-, sondern um einen objektbezogenen Höchstbetrag. Damit kann der Betrag von 1250 Euro für ein Zimmer nicht mehrfach für verschiedene Tätigkeiten oder Personen in Anspruch genommen werden. In der Regel ist dieser nach dem Nutzungsumfang aufzuteilen.

Abgeschlossener Bereich

Voraussetzung für den begrenzten Abzug ist, dass für die betriebliche oder berufliche Betätigung kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Diese Voraussetzung liegt aber seltener vor, als viele Berufstätige vermuten. Denn ausreichend ist grundsätzlich bereits jeder Arbeitsplatz, der zur Erledigung büromäßiger Arbeiten geeignet ist. Es muss sich hierbei weder um einen räumlich abgeschlossenen Arbeitsbereich noch um einen individuell zugeordneten Arbeitsplatz handeln, so dass auch ein Arbeitsplatz in einem Großraumbüro oder in der Schalterhalle einer Bank zählen. Ändern sich die Nutzungsverhältnisse innerhalb eines Jahres, weil etwa ein Außendienstmitarbeiter erst unterjährig ein heimisches Büro einrichtet, kommt für die verbleibende Zeit ein beschränkter Abzug ohne anderen Arbeitsplatz in Betracht. Dabei kann der Höchstbetrag trotz nicht ganzjähriger Nutzung voll abgesetzt werden.

Voller Kostenabzug

Weiterhin können die Kosten für das heimische Büro in vollem Umfang als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, wenn es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung darstellt. Hierunter fallen beispielsweise freiberufliche Journalisten oder Heimarbeiter. Die zweite Alternative ist, wenn der Angestellte sein heimisches Büro an die Firma vermietet und er auch von zu Hause aus arbeiten muss. In diesem Fall akzeptiert die Finanzverwaltung in voller Höhe Werbungskosten, die den Mieteinnahmen gegenübergestellt werden. Finanzbeamte erkennen den zwischen Arbeitgeber und -nehmer abgeschlossenen Mietvertrag an, wenn er im vorrangigen Interesse der Firma steht.

Oliver Holzinger ist Steueranwalt und Chefredakteur von „Der Betrieb“,


Quelle: Pressebild
Oliver Holzinger
Der Betrieb / Chefredakteur

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