Steuerthema der Woche
Was sich jetzt in Sachen Steuern ändert

Heute startet das zweite Halbjahr 2009 und mit ihm eher ungewohnt eine Reihe von Steueränderungen. Oliver Holzinger, geschäftsführender Redakteur von "Der Betrieb", erklärt die wichtigsten Neuerungen und wie Steuerzahler sie sinnvoll nutzen können.

So ist der Bestandsschutz für Zertifikate ausgelaufen, Betriebe konnten letztmals bis Ende Juni einen schriftlichen Antrag auf Vergütung für ausländische Umsatzsteuer stellen, bei der Kfz-Steuer kommt es ab der heutigen Zulassung zu einer gravierenden Umstellung, und gestern galt letztmalig das Wahlrecht bei der Erbschaftsteuer.

Für Anleger geht es vor allem um Zertifikate, die zwischen dem 14. März 2007 und dem 31. Dezember 2008 gekauft worden sind und sich immer noch im Depot befinden. Hier fällt nun auf Gewinne Abgeltungsteuer von pauschal 25 Prozent an. Sofern die Derivate noch kein Jahr gehalten wurden, muss allerdings weiterhin Spekulationsteuer nach der individuellen Progression gezahlt werden.

Da aber Zertifikate im Depot derzeit wohl eher einen Kursverlust ausweisen, bringt die Neuregelung deutliche Vorteile. Denn das realisierte Minus lässt sich jetzt sogar mit Zinsen und Dividenden verrechnen. Diesen Ausgleich nimmt die Depotbank automatisch vor. Allerdings muss die einjährige Spekulationsfrist schon abgelaufen sein, sonst bleibt es nur beim schwer verrechenbaren Steuerverlust.

Mit ganz anderen Überlegungen beschäftigen sich potenzielle Autokäufer. Denn bei einer Neuzulassung ab Juli gibt es keine befristete Steuerbefreiung mehr, und darüber hinaus bemisst sich die Kfz-Steuer ab sofort nach der Schadstoffemission. Das gilt übrigens nicht nur für herkömmliche Pkws, sondern auch für Geländewagen, Vans, Quads oder Trikes.

Keine Gedanken müssen sich hingegen Nachkommen machen, die aus Todesfällen in den Jahren 2007 oder 2008 etwas geerbt haben. Sie können seit heute nicht mehr beim Finanzamt vorstellig werden, um für die Neuregelungen der Reform 2009 zu optieren. Die Frist ist gestern selbst dann abgelaufen, wenn überhaupt noch kein Erbschaftsteuerbescheid vorliegt oder die Erklärung noch gar nicht abgegeben wurde.

Waren Unternehmer im Vorjahr dienstlich im Ausland unterwegs, konnten sie sich bis gestern die ausländische Vorsteuer erstatten lassen. Dieser Ausschlusstermin verschiebt sich für die Umsatzsteuererstattung 2009 auf September, wobei das Verfahren allerdings durch ein Online-Portal beim Bundeszentralamt für Steuern einfacher wird.

Der Autor, RA/FAStR Oliver Holzinger, ist geschäftsführender Redakteur von "Der Betrieb".

Quelle: Pressebild
Oliver Holzinger
Der Betrieb / Chefredakteur
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