Steuertipp der Woche
Minijobber dürfen bar entlohnt werden

Die Kosten für Haushaltshilfen lassen sich häufig als Werbungskosten geltend machen. Viele freundliche Helfer bevorzugen oft Bargeld. Darf sich in solchen Fällen das Finanzamt querstellen?
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Werbungskostenabzug nur gegen Beleg, lautet eine Maxime des Finanzamts. Wenn berufstätige Eltern Kinderbetreuungskosten absetzen wollen, lässt die Rechtsprechung zugunsten der Eltern aber eine Ausnahme zu.

Eine solche Ausnahme liegt dann vor, wenn die Eltern einen Minijobber einstellen. Dann dürfen sie dessen seine Dienste in bar vergüten und müssen dem Finanzamt keine Papierbelege vorlegen. Das geht jedenfalls aus einem aktuellen Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts hervor (3 K 12356/12).

Zum Hintergrund

Ein berufstätiges Ehepaar hatte für die Aufsicht ihres dreijährigen Sprösslings eine Teilzeitkraft eingestellt und ihr monatlich ein Gehalt von 300 Euro in bar ausgezahlt. Um die Beschäftigung in geregelte Bahnen zu bringen, meldeten sie die Kinderbetreuerin für das Haushaltsscheckverfahren bei der Minijobzentrale an – sogar rückwirkend für die Jahre 209 und 2010. Dafür überwiesen sie insgesamt 1.027 Euro Abgaben für Kranken-, Renten- und Unfallversicherung inklusive Pauschalsteuer an die Minijobzentrale.

Für ihre Einkommensteuererklärung der Jahre 2009 und 2010 machten die Eltern anschließend den Abzug dieser Aufwendungen für die Kinderbetreuungskosten geltende.

Das Finanzamt spielte gemäß der Maxime Werbungskostenabzug nur gegen Beleg nicht mit: Die Barbezahlung d verstoße gegen Paragraph 9c des Einkommensteuergesetzes, der eindeutig vorschreibe, dass der Abzug der Aufwendungen nur dann möglich sei, wenn eine Rechnung vorliege und das Gehalt auf das Konto der Teilzeitkraft überwiesen worden ist. Auch der Einspruch des Ehepaars fruchtete nichts.

Trotzdem ließen sich die Eltern nicht entmutigen und zogen vor das Finanzgericht Niedersachsen. Dort wendete sich das Blatt zugunsten der Kläger. Denn nach Auffassung der Finanzrichter trifft die Regelung des Paragrafen 9c des Einkommensteuergesetzes nicht auf den Streitfall zu.

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